Eines der wichtigsten Themen für die Politik ist die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Besonders im strukturschwachen Raum. Wenn das jedoch nicht klappt und Menschen in die Arbeitslosigkeit geraten und Hartz IV beziehen müssen, ist das Jobcenter für sie da und leistet diesen Menschen Hilfe zur Selbsthilfe. Davon überzeugte sich auch die Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales MdB Anette Kramme, bei ihrem Besuch in Kronach. Auf Einladung der oberfränkischen SPD-Landtagsabgeordneten und Bezirkstagskandidatin Susann Biedefeld besuchte Kramme das Jobcenter in Kronach.

Der Geschäftsführer Stefan Löffler und der stellvertretende Geschäftsführer Jochen Wich-Herrlein begrüßten die Delegation im Jobcenter in Kronach, um sich mit den örtlichen SPD-Kandidaten und Staatssekretärin Kramme über die Situation des Jobcenters in Kronach auszutauschen. Das erste Thema waren die angespannten Finanzen des Jobcenters. So stünden im Jahr 2018 wegen der guten Arbeitsmarktlage insgesamt 72 000 Euro weniger an Mitteln zur Verfügung, als dies 2017 der Fall war. Kronach habe weniger als 1000 Arbeitslose zu verzeichnen und weniger als 400 Menschen, die Hartz IV beziehen würden, mit fallender Tendenz. Dies würde jedoch dazu führen, dass das Jobcenter weniger Mittel gestellt bekäme.

Auch die Sonderzuschüsse im Rahmen des Programms "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" seien nur noch bis Jahresende verfügbar, bevor das Programm am 31.12. auslaufe, so Jochen Wich-Herrlein. Ohne diese Mittel aus Sonderförderprogrammen sei es für das Jobcenter sehr schwer. Staatsekretärin Anette Kramme versicherte den beiden Geschäftsführern, dass der Bund mehr Fördermittel für die Jobcenter zur Verfügung stellen und Ersatz für die auslaufenden Sozialprogramme geschaffen wird.

Ein weiteres wichtiges Feld, das thematisiert wurde, war die Integration von Flüchtlingen im Arbeitsmarkt. So hat das Jobcenter Kronach eine Integrationsquote von 21,6 Prozent im Jahr 2017 erreicht, was hinter Bayreuth der Spitzenwert in Oberfranken ist. Für 2018 liegt der Wert bisher sogar bei 25,7 Prozent. Die Programme zur Integration seien positiv zu bewerten, so Stefan Löffler. Die meisten Flüchtlinge seien zwar keine Akademiker und oft nur in Hilfsjobs zu vermitteln, aber sie würden ein hohes Engagement zeigen und arbeiten wollen, ergänzte Jochen Wich-Herrlein zu den Ausführungen seines Kollegen.

Probleme gebe es meistens nur mit den Sprachkursen, die es oft nicht schaffen, den Flüchtlingen das angepeilte Sprachniveau zu vermitteln, was das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge jedoch nur wenig interessiere. MdL Biedefeld fügte hinzu, dass hier auch die Industrie- und Handelskammern gefragt seien.

Wichtig sei auch Langzeitarbeitslose, also Menschen, die über ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dafür müsse man Anreize schaffen, so die Mitarbeiter des Jobcenters. So sei mangelnde Mobilität häufig eine Nebenerscheinung von Langzeitarbeitslosigkeit, besonders in einer weitläufigen Region wie dem Frankenwald ohne ausreichenden ÖPNV. Deswegen bezuschusst das Jobcenter Leistungsempfänger, die sich ein Auto kaufen oder den Führerschein machen wollen , erklärte Wich-Herrlein. red