Dass man einem "Hobby" so viel Freizeit zur Verfügung stelle, sei in der heutigen Zeit eine beachtliche Leistung, lobte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein die Aktiven der Wötzelsdorfer Feuerwehr. Bei ihrer Hauptversammlung ehrten sie gleich zwei Kameraden für 25 Jahre aktiven Dienst. Das Staatliche Ehrenzeichen in Silber wurde an Stefan Fischer und Holger Murrmann verliehen.
Auch Vorsitzender Horst Fischer erklärte das "Hobby Feuerwehr" zum Zweitberuf. Aufwendig sei es, meinte er, und es bringe gerade Aktive zeitmäßig an ihre Grenzen. Zwar räumte er ein, dass sich immer weniger Menschen mit Idealismus für die freiwilligen Wehren einsetzen würden, aber gerade deshalb sollten die Aktiven ihre Vorbildfunktion sehr ernst nehmen. "Tragt das Wesen der Feuerwehr an die nachwachsende Generation weiter." Stellvertretender Kommandant Hans-Jürgen Schindler gab in seinem Bericht einen Überblick über das vergangene Jahr. Unter anderem habe man Personenrettungen, Übungen mit dem neuen, digitalen Funkgeräten und Löschübungen durchgeführt. "Wir haben auch den Zustand der Hydranten getestet und sie winterfest gemacht." Weiter erwähnte er die Besichtigung der Wötzelsdorfer Wehr durch Kreisbrandinspektor Matthias Schuhbäck. Und dieser lobte den Wötzelsdorfer Feuerwehrverein als "Kulturträger", bei dem "die Gelder in die aktive Mannschaft fließen". Augenzwinkernd meinte er: "Dem Kassierer wird einfach verklickert, dass er wieder a Geld hergeben muss." Schuhbäck weiter: "Es war zwar für die Feuerwehr ein einsatzfreies Jahr, aber es wurden zahlreiche Übungen durchgeführt. Unser Handwerkszeug müssen wir beherrschen." Von einer "neuen Welt" sprach er in Bezug auf den Digitalfunk. "Aber eigentlich ist es kein so großer Unterschied zu den alten Geräten." Schuhbäck sprach auch von einem "strapazierten Ehrenamt", bei dem das Aufgabenspektrum immer größer werde. Die Ausbildung sei mit einem enormen Aufwand verbunden, damit "hochqualifizierte Kräfte" schnell eingesetzt werden könnten. "Dieses Engagement ist nicht bezahlbar."
Über die Finanzen gab Kassierer Helmut Schmidt Auskunft, dessen 60-jährige ehrenamtliche Tätigkeit von allen Seiten gelobt wurde. Schwarze Zahlen sorgten für Zufriedenheit und Entlastung durch die Mitglieder.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein stockte die Kasse spontan um 100 Euro auf und zwar für "eine Runde Leberkäse für die aktive Mannschaft". Er betonte, dass er nicht aus "Routine" gekommen sei, sondern aus "Freude, Überzeugung und Wertschätzung". Beiergrößlein: "Die Feuerwehr ist die größte und wirkungsvollste Organisation zur Gefahrenabwehr. Sie ist längst zum Allround-Helfer geworden." Und die "kleine aber feine" Feuerwehr Wötzelsdorf betreffend: "Auch im gesellschaftlichen Bereich seid ihr längst eine Bank und ein leuchtendes Beispiel." ml