Karl-Heinz Hofmann Historische Münz- und Geldscheine zu sammeln, ist ein anspruchsvolles und ebenso interessantes Hobby. Dazu kommt ein weiterer Bereich historischer Wertpapiere, die ebenfalls bei der Münz- und Geldscheinbörse am Sonntag, 2. Dezember, im Sportheim Theisenort in ihrer vielfältigen Weise zu bestaunen sind.

Der Vorsitzende und Organisator der Münz- und Geldscheinbörse in Theisenort, Oliver Fischer aus Kronach, blickt in einem Gespräch auf das Hobby. Historische Wertpapiere seien ein faszinierendes Sammelgebiet. Das Sammeln von historischen Wertpapieren sei im Vergleich zum Sammeln von Briefmarken, Münzen und Geldscheinen ein relativ neues Sammelgebiet. Es habe sich erst Mitte der 1970er Jahre etabliert.

Bei den historischen Wertpapieren, die auch als "Nonvaleurs" (französisch für "kein Wert") bezeichnet würden, handele es sich um Wertpapiere, die ihre eigentliche Zweckbestimmung verloren haben und im Fall von Aktien an keiner Börse mehr gehandelt werden. Neben Aktien zählten auch wertlos gewordene Anleihen und Schuldverschreibungen zu den Nonvaleurs. Die meistens aufwendige grafische Gestaltung dieser Wertpapiere und die Geschichten der Firmen, die Aktien als sogenannte effektive Stücke (gedruckte Wertpapiere) ausgegeben hätten, machten den besonderen Reiz aus, sich mit diesem Sammelgebiet zu beschäftigen. Auf amerikanischen Aktien fänden sich oft eindrucksvolle Kupfer- oder Stahlstiche, die mit ihren Abbildungen Zeitdokumente der jeweiligen Zeit seien. So finde man Allegorien, Firmengebäude, Bergwerke und vieles andere mehr.

Die ältesten Aktien seien zwischen 1602 und 1606 von der damaligen holländischen Handelskompanie VOC (Verenigde Oostindische Compagnie) an Investoren herausgegeben worden. Heute seien von diesen ersten Aktien nur noch vier Stück erhalten. Auch die Firma Loewe habe in den 1930er Jahren Aktien herausgegeben. Zu dieser Zeit habe Loewe als Radio-Aktiengesellschaft D. S. Loewe mit Sitz in Berlin-Steglitz firmiert.

Im sechsstelligen Eurobereich

Wie bei vielen anderen Sammelgebieten gebe es, wie Oliver Fischer weiter erklärte, sehr seltene Stücke, deren Preise auf Auktionen gelegentlich auch einen sechsstelligen Eurobereich erreichten. Aber es seien auch viele historische Wertpapiere für nur einen Euro zu erwerben.

In unserem digitalen Zeitalter würden effektive Stücke kaum mehr ausgegeben. Dies mache das Sammelgebiet aber umso interessanter, da man es fast als abgeschlossen betrachten könne.

Bei der Münz- und Geldscheinbörse am Sonntag, 2. Dezember, von 9 bis 16 Uhr im Sportheim des TSF Theisenort kann man sich eingehender über das Sammeln von historischen Wertpapieren, Münzen und Geldscheinen informieren, seine eigenen "Schätze" bewerten lassen, tauschen oder auch Stücke erwerben.