Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat den Bebauungsplan Wirtsäcker II in Niederfellendorf. Das Vorhaben für gut 20 neue Baurechte schließt sich im Südwesten an den Ort an und steigt im oberen Teil von der Flussebene steil hoch. Insbesondere die Ausweitung in den Hang hinein war bei der Bevölkerung umstritten. Vor zwei Jahren, so Bürgermeister Helmut Taut (FWW), begann man mit den ersten Planungen, die erst nach diversen Hürden vorankamen. Bei den Hecken und Rainen habe man "bei der Planung - so gut es ging - große Eingriffe vermieden".

Das Vorhaben füge sich in die Landschaft ein, befand Zweiter Bürgermeister Gerhard Kraus (BGS). In der heutigen Form sei man den Bürgern entgegengekommen. Bei der Lektüre der Planunterlagen sei ihm die Vielzahl an Vögeln und Fledermäusen aufgefallen. Er freute sich, dass "der Eingriff in die Natur gesetzeskonform" abgewickelt werden konnte.

"Zukunft für Wiesenttal"

Marco Trautner (FWW) drängte darauf, nach der Veröffentlichung eilends die Erschließung anzugehen. "Ein Stück weit Zukunft für Wiesenttal" sieht Konrad Rosenzweig in dem Planwerk. Er hätte es sich schon früher gewünscht, allerdings auch mehr Transparenz bei der Entwicklung. Dass plötzlich Mehrfamilienhäuser im Plan auftauchten, fand er irritierend. Diese Bauform wurde nicht weiter verfolgt. Rosenzweig wies darauf hin, dass man Baulücken vermeiden und bei den einzelnen Genehmigungen an den Festsetzungen festhalten müsse.

"Wir brauchen einen Kümmerer", war schon lange ein Gedanke des Bürgermeisters angesichts der wachsenden älteren Bevölkerung. In Form eines Quartiermangements kann diese Unterstützung der zwei ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten Wirklichkeit werden. Mit Mitteln der Fernsehlotterie kann die Diakonie für drei Jahre eine halbe Stelle für einen Sozialpädagogen finanzieren. Seine Aufgabe ab Dezember soll eine Ist-Analyse sein und das Aufzeigen von Handlungsfeldern und auch eine Intensivierung des Projekts "gemeinsam statt einsam".

Ein erstes Gespräch zwischen den evangelischen Pfarreien, der Diakonie und der Gemeinde hat bereits stattgefunden; im September werden Einzelheiten festgelegt. Sitz des Quartiermanagements wird voraussichtlich in Streitberg sein. Eine Entlastung der Ehrenamtlichen durch professionelle Unterstützung, insbesondere durch die Bestandsaufnahme der Bedürfnisse und Anliegen der älteren Mitbürger, sahen Manfred Bischoff (FWW) und Hans Heißenstein (WU). Heißenstein hofft, dass künftige Angebote für die Senioren in der Marktgemeinde attraktiv sein werden.

Hoher Zuschuss für Sanierung

Für das Projekt eines Literatur- und Schlüsselberger Weges von Waischenfeld bis Ebermannstadt muss Wiesenttal nun 5200 Euro statt 3200 Euro aufbringen. Gleichwohl sah der Rat in dem gemeindeübergreifenden Vorhaben eine Attraktivitätssteigerung für den Tourismus.

Das evangelische Kinderhaus in Streitberg erhält eine zusätzliche Gruppe für Krippenkinder. Dafür werden die früheren Räume des Waldkindergartens am Dorfplatz angemietet.

Für die Sanierung des Schulhauses, Baujahr 1929, in Birkenreuth sind die Eingabeplanungen fertig. Es geht um Dach-, Fenster und Fassadenerneuerung sowie um barrierefreien Zugang und Toiletten. Notwendig sind Arbeiten für rund 600 000 Euro, wovon etwa 450 000 Euro förderfähig sind. Die Kommune erhält einen Zuschuss von 90 Prozent. Susanne Braun-Hofmann (CSU) fragte nach, ob auch für die Beheizung Mittel da seien, denn der Fernwärmeanschluss liege samt Wärmetauscher schon vor der Tür. Man wolle bei der Reihenfolge der Arbeiten nach der Notwendigkeit vorgehen und bei Kosten von 450 000 Euro erst einmal einen Stopp einlegen, informierte Taut.

Sechs Wasserrohrbrüche in gut einer Woche - mehr als sonst im ganzen Jahr - hatte dieser Tage Muggendorf zu verkraften. Die Ursache ist unbekannt, abrupte Druckschwankungen seien nicht aufgezeichnet worden, sagte dazu der Bürgermeister. Und: Der Bagger war zum Schulberg, der ersten Bruchstelle unterwegs, da floss plötzlich auch auf dem Marktplatz das Wasser aus der Straße. "Beim Wasser müssen wir in die Gänge kommen", forderte Rosenzweig unter Anfragen. Denn die Gemeinde hat nur zwei Jahre Zeit, die zugesagten Fördermittel zu verbrauchen. Die Pläne für das gesamte Vorhaben seien, so Taut in seiner Antwort, im Haus und werden an das Wasserwirtschaftsamt weitergeleitet.