Im Juli war bereits der erste Entwurf des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) in einer nichtöffentlichen Sitzung dem Marktgemeinderat Pretzfeld vorgestellt worden. Nun hatten die Planer dessen Wünsche aufgenommen. Sie präsentierten den überarbeiteten Bericht in der Sitzung am Dienstag erneut.

"Heute fehlen so viele Räte wie noch nie", stellte Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) fest. Stadtplaner Thomas Rosemann vom Topos-Team erklärte, dass dieser Entwurf auch mit der Öffentlichkeit und Institutionen abgestimmt werden soll: "Jeder hat die Gelegenheit, seine Meinung zu äußern. Sparen Sie nicht mit konstruktiver Kritik!"

Ziel und Prioritäten

Er fasste die Aufgaben des Isek zusammen: räumlichen Handlungsbedarf aufzeigen, allgemeine Ziele formulieren, Maßnahmen benennen und Prioritäten bestimmen. "Um alles umzusetzen, braucht es aber einen langen Atem. Und Sie können jedes Jahr neue Prioritäten festlegen, denn es können sich ja Gegebenheiten ändern", trug Rosemann vor.

Ergebnis von Isek sollen eine Rahmenplanung als Grundlage für zukünftige Entscheidungen zu baulichen Entwicklungen sein und eine Zeit- und Maßnahmenplanung, in der konkrete Projekte und deren zeitliche Umsetzung aufgelistet sind. "Wir haben 22 Projekte und Maßnahmen zusammengetragen", sagte der Planer. Einige vorbereitende Maßnahmen können kurzfristig 2020 oder 2021 umgesetzt werden: die Erweiterung des Sanierungsgebietes um die Schule herum, eine Machbarkeitsstudie zu Baumaßnahmen von Schule, Kindergarten und Kindertagesstätte, die Erstellung eines Leerstands- und Brachflächenkatasters, die Vorbereitung des Erwerbs von Grund und die Freilegung von Grundstücken.

Mittelfristig bis 2024

Mittelfristig bis 2024 könnte die Marktgemeinde Ordnungsmaßnahmen in der Trattstraße angehen und eine barrierefreie Achse von der Schule über das Rathaus zur Kirche und zum Friedhof schaffen. Bis 2025 könnte der Bahnhofsplatz mit der südlichen Bahnhofstraße in Angriff genommen werden. Kurzfristig könnte der Eingangsbereich am Friedhof umgestaltet werden. Nach der Baumaßnahme an der Schule und am Kindergarten müsste das Umfeld umgestaltet werden. Und bis 2025 könnte ein Fußweg an der Walter-Schottky-Straße mit nördlichem Mühlbach in Angriff genommen werden.

Bis 2024 und 2025 schlugen die Planer Ordnungsmaßnahmen für die Wehrstraße, die Juden- und die Schmiedsgasse, das Mühlgässchen, die Gehwege Egloffsteiner Straße, das Umfeld am Brotbackhaus und die Gestaltung der Ortseingänge vor.

Bis 2024 könnten öffentliche und private Baumaßnahmen angegangen werden. Außerdem sollte kurzfristig eine Sanierungsberatung implementiert werden.

Die Planerin Julia Jakobs schlug ein mittelfristiges Konzept zur Nahversorgung vor und die Einstellung eines Projektmanagers für Flächenmanagement. Außerdem sollte die Gemeinde an Imagekampagnen teilnehmen und einen Gewerbeverein und eine Nachbarschaftshilfe initiieren. Sie schlug vor, ein Beschilderungskonzept zu erstellen und am Kirschenfest das Thema Kirschen mehr aufzugreifen. Der Entwurf wird für die Öffentlichkeit ausgelegt und mit Behörden abgestimmt.