Der ehemalige Direktor des MGF-Gymnasiums, Hans-Werner Fischer, ist nach wie vor von ganzem Herzen Pädagoge und auch als Tennissportler sehr aktiv. Nach seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Integrationsklassen am Beruflichen Schulzentrum zu unterrichten. Hans-Werner Fischer: "Ein Teil von denen, die ich unterrichte, die haben sogar als Externe den Quali gemacht. Es waren 9 Leute, die es geschafft haben, und das ist eine super Leistung."
Als "Lohn" für ihre Anstrengungen bot Hans-Werner Fischer seinen Schützlingen am Ende des Schuljahres einige Übungsstunden im Tennis an: "Für meine Schüler ist es das erste Mal, dass sie den Tennissport überhaupt kennenlernen, denn in ihrem Heimatland hatten sie ja keinen Zugang dazu." Den Sport sieht Hans-Werner Fischer auch als Teil der Integration: "Das ist das Entscheidende, warum wir das überhaupt machen. Der Sport ist die beste Möglichkeit dazu."
Integration ist Fischer ein Herzensanliegen. "Das sind alles super Typen, die ich im Unterricht hatte, und damit wollen wir auch ein Zeichen setzen. Die, die den Quali geschafft haben, haben Referate gehalten und ihr Sozialprojekt gemacht. Da habe ich Lehrer gesehen, die Tränen in den Augen hatten, weil sie das von unseren Leuten nicht kennen, mit welchem Eifer, mit welcher Motivation sie an die Aufgaben rangehen."
Hans-Werner Fischer zeigte sich froh darüber, dass seine Mitstreiter in der Tennisabteilung des VfR Katschenreuth alle sofort dabei waren, den Tennis-Unterricht an einem Tag mit den jungen Asylanten und Flüchtlingen zu gestalten. Mit dabei waren auch sein Doppelpartner Hubert Wagner und Peter Wuthe.
Die jungen Frauen und Männer, die sich auf der Tennisanlage des VfR Katschenreuth anschickten, den Tennissport im Crash-Kurs zu erlernen, kommen aus Syrien, Eritrea, Ghana, Afghanistan und dem Irak und besitzen einen unterschiedlichen Rechtsstatus. Hans-Werner Fischer: "Die einen haben ein Bleiberecht, die anderen eine Gestattung oder auch eine Duldung, und bei vielen läuft auch noch das Verfahren."
VfR-Abteilungsleiter Manfred Maisel war sehr angetan von den jungen Leuten: "Sie sind alle sehr freundlich und nett. Sie haben durch die Bank einen positiven Eindruck gemacht." Für ganz entscheidend hält es Hans-Werner Fischer, dass die jungen Asylanten und Flüchtlinge auch regelmäßig Sportunterricht hätten. Beim VfR Katschenreuth war der Tennisunterricht am Ende des Schuljahres eine "Eintagsfliege", die sich aber im kommenden Schuljahr wiederholen soll.
Wichtig war für Hans-Werner Fischer auch die Vermittlung von Werten wie Pünktlichkeit oder Höflichkeit: "Das ist viel wichtiger, als wenn einer jetzt ein super Mathematiker wird und hundertprozentig Deutsch spricht. Die Vermittlung von Werten ist genauso wichtig für die Integration." Werner Reißaus