Indischer Gesang in der Sambacher Kirche Sankt Antonius Abbas - das hatte es bislang noch nicht gegeben. Der Anlass war ein Ausflug von indischen Ordenschwestern, die im Diözesanverband Bamberg der Caritas arbeiten. Zusammen mit Weihbischof Herwig Gössl und Caritas-Direktor Gerhard Öhlein feierten die 49 Schwestern in der Sambacher Pfarrkirche Eucharistie. Dabei sangen die Schwestern die deutschen Lieder ebenso gut wie die in ihrer eigenen Sprache. So zum Beispiel das alte Wallfahrerlied "Gott, Vater, schau auf meine Kinder", das eingangs angestimmt wurde.
Zuvor hatten die Ausflügler Schloss Weissenstein in Pommersfelden besichtigt. In der barocken Bildergalerie der Grafen entdeckten sie auch das Bild des heiligen Antonius Abbas. Damit spannte sich der Bogen zur Sambacher Kirche, deren Schutzpatron der heilige Mönchsvater Antonius ist. Er zähle zu den großen Mönchsgestalten, so der Weihbischof. Der Ordensweg sei eine besondere Berufung.
Die deutschen Orden seien vom Aussterben bedroht. Die Diözese sei deshalb sehr dankbar für die Ordensschwestern aus Indien. "Durch ihr Dasein prägen sie unsere Kirche." In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das Wort Jesu vom Senfkorn und vom Sauerteig ein. Im Alltag, in einer Welt, in der das Auffallende und Laute in den Vordergrund dränge, sei es wichtig, den Blick auf das Kleine und Unscheinbare zu richten. Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes zu hören und sich wie ein Kind "immer wieder in die Hand Gottes hineinschmiegen" lasse den Menschen Geborgenheit spüren. Die anwesenden Pfarrangehörigen freuten sich über den Besuch, denn Weihbischof Herwig Gössl ist in Sambach kein Unbekannter. Während der Amtszeit von Pfarrer Wolfgang Essel hatte er als Vertretung mehrfach in Sambach ausgeholfen.
Evi Seeger