Diesmal hatten die Offiziellen der Stadt Weismain fast alles versucht, um am unsinnigen Donnerstag den Sturm auf das Rathaus zu verhindern. So war der Eingangsbereich mit Absperrbändern und zahlreichen Schildern mit Vorsichtsmaßnahmen versehen: "Bitte, wenn überhaupt, nur einzeln eintreten", "Das neue Sicherheitskonzept der Stadt ist sofort zu beachten", "Sie betreten abgesicherten Bereich", "Der Bereich ist videoüberwacht", "Keine Hunde, keine Zigaretten, kein Eis, keine elektronischen Geräte", so sollten sämtliche unliebsamen Überraschungen vermieden werden. Ob das 30-Schild wirklich 30 Stundenkilometer bedeuten sollte oder 30-mal klopfen, um doch in das Rathaus eingelassen zu werden, wird nicht mehr zu ergründen sein, denn es kam ganz anders. Auch der Hinweis auf Bauaufsichtspersonen nutzte nämlich nichts. Pünktlich um 17.17 Uhr war plötzlich ein großes Geheule auf dem Marktplatz. Vom Kastenhof kommend waren 30 Indianerinnen aus dem Wilden Westen aufgetaucht, um das Rathaus-Fort zu stürmen. Schnell waren alle im Faschingsfieber und es entwickelte sich eine tolle Sause. Und der Bürgermeister? Der wurde als Häuptling Udo an den Marterpfahl gebunden. Foto: Roland Dietz