Eckehard Kiesewetter Am Anfang stand ein Abriss - der des bisherigen Hausmeistergebäudes - und am Ende wird wieder ein Abriss stehen, der des bisherigen Schulgebäudes, das nach 50 Jahren einem Neubau weichen wird. Mit dem offiziellen Spatenstich am Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern steigt der Landkreis Haßberge in eines seiner größten Projekte der nächsten Jahre ein. 28 Millionen Euro sollen in das Gebäude investiert werden, dessen Fertigstellung für 2024 vorgesehen ist.

Ehe er und Vertreter der Staatsregierung (MdL Steffen Vogel), Kreisverwaltung, der Schule, der Stadt, des Planungsbüros und der Bauunternehmen am späten Montagnachmittag zum Spaten griffen, sprach Landrat Wilhelm Schneider von einer "Schlüsselinvestition in die Bildung und in die Sicherung der Zukunft". Den Tag des Kreistagsbeschlusses zum Neubau im März 2017 bezeichnete er als "denkwürdiges Datum" für Ebern.

Nachhaltige Lösung

Das Aus für den Altbau, dessen "Split-Level-Bauweise" (die versetzte Anordnung der einzelnen Stockwerke) vor 50 Jahren als innovativ galt, begründet sich durch Verschleiß, höheren Platzbedarf, statische Mängel und undichte Dächer. Zudem entsprechen Brandschutz und Fluchtwege nicht mehr den heutigen Anforderungen. Die baulichen Mängel sind laut Wilhelm Schneider so gravierend, dass "nur ein Ersatzbau eine nachhaltige Lösung darstellt".

Die Regierung von Unterfranken hat fast die komplette Gebäudefläche - samt Erweiterung für die Wiedereinführung des neunklassigen Gymnasiums (G9) als förderfähig anerkannt.

So muss der Kreis nur rund ein Drittel der anvisierten Baukosten (Wilhelm Schneider: "Auch noch ein stolzer Betrag") selbst aufbringen. Der Rest wird durch Zuschüsse gedeckt.

Umzug im Jahr 2021

Das Vorhaben wird in zwei Bauabschnitten umgesetzt. Durch den Abriss des Hausmeisterhauses und die Aufgabe des Lehrerparkplatzes ist ein Areal frei geworden. Hier wird das eigentliche Schulgebäude mit den Klassenräumen, der Verwaltung, einem Mehrzweckraum mit überdachter Pausenhalle, Fachräumen für Informatik sowie verschiedenen Lernbereichen errichtet.

2021 ist der Umzug vom alten ins neue Schulhaus geplant. Dann wird der Altbau abgerissen. Er macht dem Fachklassentrakt für Kunst und Naturwissenschaften Platz. Den letzten Schritt werden der Abbruch der alten Fachräume und die Gestaltung der Außenanlagen bilden.

Auf Container als Unterrichtsräume kann während der gesamten Bauzeit verzichtet werden, hob der Landrat erfreut heraus und lobte die fruchtbare Arbeit aller an der Planung Beteiligten, einschließlich dem Lehrer-Bauausschuss um Martin Pöhner.

Ein freudestrahlender Schulleiter Pöhner betonte die Notwendigkeit des Neubaus, da in der nassen Jahreszeit kaum ein Tag vergehe, an dem das Wasser nicht an einer neuen Stelle von der Decke tropfe. Der Neubau sei ein wunderbares Geschenk zum 50. Geburtstag des Eberner Gymnasiums.

Vier Schwerpunkte

Durch das Zusammenspiel bei der Planung sei es gelungen, die Schule in vier Schwerpunkten zu bereichern. Erstens einem neuen pädagogischen Konzept mit Marktplätzen für Freiarbeit, Recherche und Gruppenarbeiten. Als Zweites nannte er die überdachte Pausenhalle, die ähnlich multifunktional nutzbar sei, wie die bisherige Aula.

Zudem erhalte die Schule wunderschöne Außenanlagen mit noch mehr Spielflächen für die "bewegte Pause". Als Pöhner als viertem Punkt auch von der neuen IT-Ausstattung und digitalen Endgeräten für alle Schüler schwärmte, bremste der Landrat als Kostenträger. "Schau mer mal", meinte er.

Für die vielgliedrige Schulstadt und ihre Vernetzung durch das Schulforum warb Bürgermeister Jürgen Hennemann, der eine unfallfreie Bauphase und dem neuen Schulhaus eine längere Haltbarkeit wünschte als dem alten Gebäude. Der Landrat darauf trocken: "Wir werden's erleben."