Gewerbeanmeldungen in Mainfranken und Bayern Licht und Schatten bei Gründungen Würzburg - Der Schritt in die Selbstständigkeit ist heutzutage für weniger Menschen interessant als noch vor einigen Jahren.
So ist die Zahl der Existenzgründungen im Freistaat im Jahr 2017 das achte Mal in ?Folge gesunken.
In Mainfranken zeigt sich zumindest eine Stabilisierung: Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 7044 Personen ein Gewerbe in der Region an, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bayernweit ist ein Minus von 0,9 Prozent zu verzeichnen.
In Sachen Firmengründungen sind in Mainfranken 1046 Eintragungen im Jahr 2017 zu verzeichnen, dies entspricht einem Rückgang der Firmenneugründungen von 5,9 Prozent. Im gesamten Freistaat betrug der Rückgang 1,3 Prozent. "Insgesamt sehen wir eine leichte Erholung beim Gründungsgeschehen, dennoch ist es zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen", resümiert Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung sowie Standortpolitik.


Mehr Betriebsübernahmen

Angestiegen ist die Anzahl der Betriebsübernahmen. Laut amtlicher Statistik ist ein Plus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu erkennen. Ein Grund für die aktuelle Entwicklung sei die anhaltend gute Konjunktur: "Der bayerische Arbeitsmarkt bietet praktisch flächendeckend Vollbeschäftigung. Damit sinkt das Interesse an einer unternehmerischen Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken." Aber auch die oftmals fehlende Etablierung von unternehmerischem Denken, zum Beispiel in Schulen oder passende Rahmenbedingungen für Gründer seien Hemmnisse für eine echte Gründungsdynamik hierzulande.


Ruf nach Unterstützung

Positiv sieht die IHK den Trend zur besseren Vorbereitung einer Gründung, unter anderem durch Angebote wie die IHK-Gründermessen und Beratungen der Kammern. Auch der Trend zur Gründung im Nebenerwerb zeige, dass die Gründer überlegter handeln. Genders fordert angesichts der mageren Gründerbilanz mehr Unterstützung für angehende Selbstständige und Betriebsnachfolger. "Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft deutlich gemacht werden."
Der Experte unterstreicht die Rolle der Existenzgründer für die Wirtschaft: "Start-ups und neue Unternehmen sorgen für Innovationen und Dynamik. Sie sind damit das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge.
Auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko von der vorhergehenden Generation übernehmen wollen." red