Christian Licha Urgesteine der deutschen Elektronikmusik waren im Zeiler Capitol-Theater (Kino) versammelt. Richard Aicher und Andreas Merzgerne präsentierten als das legendäre Electronic-Musik-Duo "Weltklang" zusammen mit Tangerine Dream, Kraftwerk und Klaus Schulze ihr Werk "Mindscapes" in Uraufführung, einer Konzert- und Video-Show mit elektronischer Livemusik.

Richard Aicher, der aus Karlsfeld bei München stammt und einen Zweitwohnsitz in Zeil hat, ist schon seit 1979 mit seinem Mitstreiter Andreas Merzgerne aus München mit verschiedenen Formationen aktiv. Die beiden, die sich als "einzige Überlebende" der Elektronikmusik von damals bezeichnen, sind mit dieser Show zu ihren Wurzeln zurückgekehrt. Zu sehen und zu hören gab es im "Mindscape"-Konzert sphärische und auch avantgardistisch rhythmische Musik in Verbindung mit modernen Video-Clips.

Zuvor waren auch schon zahlreiche Soundtüftler im Kinosaal und holten sich von Gerhard Mayrhofer und Gert Jalass wertvolle Tipps. Die beiden Größen des Analog-Synthesizerbaus im Stil der alten MOOG-Synthesizer luden zu einem Workshop ein, bei dem sie auch viel Interessantes zur Entwicklung von Synthesizer, Sequenzer und Computer erzählten.

Früher wurde viel improvisiert, erzählte Richard Aicher und erklärte, dass die damaligen Geräte noch über keinen Speicher verfügten. Erst in den 1980er Jahren sei das mit dem Einzug der digitalen Synthesizer möglich gewesen. Der Grafik-Designer und Fachjournalist hat in den vergangenen knapp vier Jahrzehnten schon sehr viel in Sachen elektronischer Musik ausprobiert und erlebt. Zusammen mit Andreas Merzgerne, der hauptberuflich im Gasteig Kulturzentrum in München arbeitet, wurden die beiden auch schon mal schmunzelnd als "moderne Rattenfänger" bezeichnet. Mit "Klangwanderungen" machten die beiden zum Beispiel damals auf sich aufmerksam, bei denen sie ganze Scharen von Leuten anlockten. Mit ihrem Equipment gingen sie in Fußgängerzonen oder Parks und begeisterten dort alle Liebhaber der elektronischen Musik.