"Dober dan! Guten Tag" - so begrüßten die Frauen des Weltgebetstags-Teams die zahlreichen Besucherinnen beim Weltgebetstagsgottesdienst in der St. Johanniskirche in Steinwiesen. Fröhliche Lieder, viel Lachen und eine fast schon ausgelassene Stimmung vermittelten die diesjährigen Texte und Lieder, die von den Frauen aus Slowenien gestaltet wurden.

Im Mittelpunkt steht das "Festmahl" aus dem Lukas-Evangelium, bei dem der Gastgeber von seinen geladenen Gästen enttäuscht ist und deshalb alle Armen, Krüppel, Blinden und Lahmen holen und sie an seinem Mahl teilnehmen lässt. Auch für die Frauen in Slowenien ist die "Einladung zum Fest des Glaubens" ein wichtiger Bestandteil ihres täglichen Lebens. Symbolisch einen Tisch decken mit landesüblichen Gaben - so begann der Gottesdienst. Die Frauen brachten Brot, die Bibel, Salz, Lavendel, Honig und rote Nelken zum gedeckten Tisch vor dem Altar und erklärten die Bedeutung der einzelnen Gaben.

Jeder kennt den Moment, wenn man ein Fest feiert und niemand kommt. Viele hat man eingeladen, aber alle haben Ausreden und wollen einfach nicht kommen. Wir sind enttäuscht und auch Gott ist enttäuscht, wenn seiner Einladung niemand Folge leistet. Und so holt er alle zu sich, die am Rande der Gesellschaft stehen, alle, die keiner haben will, die einsam, krank und traurig sind. Und es wurde ein großes fröhliches Festmahl gefeiert.

 

Viele Lebenslinien, ein Ziel

Auch in Slowenien gibt es viele Schicksale von Frauen, die sich und ihre Familien durchbringen müssen. Einige Frauen erzählen ihre Schicksale. Junge und ältere Frauen, mit oder ohne Kind, mit einer Perspektive im Land und ohne. Es gibt viele Lebenslinien, doch irgendwann führen alle hin zu Gott, zu seinem Festmahl. "Wir öffnen unser Herz - Odprimo Srce", heißt es in einem Lied. Und in einem anderen "Wir sind noch nicht im Festsaal angelangt, aber wir sehen schon die Lichter und hören die Musik".

Slowenien gehört zu den kleinsten und jüngsten Ländern Europas. Der kleinste EU-Staat ist ein Land voller Vielfalt, landschaftlich sehr abwechslungsreich und hat von mächtigen Gebirgszügen über sanfte Weinberge bis hin zu venezianischen Küstenstädtchen viel zu bieten. Seit 1991 ist Slowenien unabhängig und Ljubljana ist die Hauptstadt des Landes. Das Bild des Weltgebetstages stellt ebenfalls das Gleichnis vom Festmahl in den Vordergrund. Folkloristisch mit rot und weiß aus der slowenischen Volksstickerei ausgeliehenen Farben. So sind das Grün der Felder und Wiesen ebenso vorhanden wie Bilder von den Armen, Gehörlosen, Gehbehinderten und Spastikern.

Den Gottesdienst zum Weltgebetstag umrahmten Daniela Krumpholz und Claudia Völk mit der Gitarre und Ingrid Renk auf der Orgel. Mit kleinen Köstlichkeiten, Mohnkuchen, Tee und Wein klang der Gottesdienst mit guten Gesprächen aus. sd