Für Lisa Hoffman, Kreisvorsitzende der AWO Forchheim, ist der 8. März ein "Kampftag". Dann ist nämlich der Internationale Frauentag. An diesen Tag soll daran erinnert werden, welche Rechte sich die Frauen bisher erkämpft haben. Immerhin ist es noch nicht lange selbstverständlich, dass Frauen wählen, eigenständige Berufe ausüben, oder ein Bankkonto eröffnen dürfen.
Es geht jedoch nicht nur um das Gedenken an bisher Erreichtes. Vielmehr soll insbesondere auf noch bestehende Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufmerksam gemacht werden. "Immerhin sind viele Themen von vor 100 Jahren leider so aktuell, dass man sie ohne Veränderungen in die heutige Zeit übertragen könnte", sagt Christa Gerdes, Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Forchheim.
Beispielsweise gibt es noch erhebliche Unterschiede in der Einkommensverteilung. Immerhin verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. "Das ist ein großes Problem! Immerhin zieht ein geringerer Lohn einen Rattenschwanz an Folgen hinter sich her", sagt Margit Schmidt, Bezirksfrauenratsvorsitzende bei ver.di für Oberfranken West, und warnt insbesondere vor Altersarmut.
Laut Lisa Badum, Mitglied des Bundestags für das Bündnis 90/die Grünen, sind als "Frauenberufe" wahrgenommene Beschäftigungen in der Bildung und Pflege besonders schlecht entlohnt. Als Beispiel führt sie Hebammen an. Aufgrund des geringen Gehalts Im Schnitt müssten Frauen 40 Kilometer fahren um eine Hebamme zu finden. Allerdings sei selbst dann eine durchgehende Schwangerschaftsbegleitung kaum möglich, so dass selbst bei geringeren Komplikationen ein Kaiserschnitt unvermeidbar ist.
Dem Landkreis Forchheim geht es diesbezüglich noch vergleichbar gut. Immerhin befinden sich die beiden Kliniken in kommunaler Hand. "Damit können wir die Arbeitsbedingungen und die berufliche Gleichberechtigung viel besser fördern", sagt Margit Schmidt.
Um dem Kampf der Frauen um Gleichberechtigung mit Witz und Charme Aufmerksamkeit zu verschaffen, veranstaltet am 12. März ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Sozialverbänden unter der Federführung der Gleichstellungsbeauftragte des Landratsamtes , Christine Galster, eine Kabarett-Infotainment-Veranstaltung. Hierbei präsentiert die Schauspielerin und Kabarettistin Edith Börner einen informativen und witzigen Vortrag zwischen neuen Rollenmustern und Alltagsfallen. Außerdem werden die zunehmende Berufstätigkeit von Frauen auch in Führungspositionen, die gerechte Entlohnung und die Ansprüche moderner Kindererziehung thematisiert.
Am 8. März bietet das Pfalzmuseum unter dem Motto "Als Adam grub und Eva spann..." Sonderführungen an. Im Zentrum dieser Veranstaltung steht die Rekonstruktion der gesellschaftlichen Stellung der Frau in der vor- und frühgeschichtlichen Gesellschaft. Im Rahmen der Führung können die Teilnehmer selbst aktiv werden. So wird es verschiedene Repliken geben, die den Alltag der Frauen sinnlich erlebbar machen.
Auch wenn es dann so manche interessante Veranstaltung nicht mehr geben würde, kann man sich abschließend nur Wilmya Zimmermann, ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, anschließen: "Hoffen wir, dass die Gleichstellung nicht noch einmal 100 Jahre dauert."