Marco Meissner Sie geben der Rosen- und Gartenmesse Kronach ihren Namen. Und sie sind alljährlich ein Blickfang für die Besucher. Auch in diesem Jahr, am 7. und 8. September, werden die Rosen zu den Stars unter den Pflanzen beim Event auf der Festung Rosenberg gehören.

Günther Beihl ist einer der Fachleute, die den Besuchern in Kronach Rede und Antwort stehen werden. Schon als Kind auf dem Bauernhof durfte er sein eigenes Beet bepflanzen. Als Teenager begann er, sich Rosen zu bestellen. Eine Leidenschaft, die ihn nicht mehr losgelassen hat - und schließlich in seinen Beruf einfloss. "Rosen blühen den ganzen Sommer über", schwärmt er. Und ihre Vielfalt sowie der Duft begeistern ihn.

Beihl rückt auch in seinem Mühlhausener (Kreis Erlangen-Höchstadt) Gartenbaubetrieb die Rosen in den Blickpunkt und freut sich, dass es viele Liebhaber dieser edlen Gehölze gibt - und viele, die es noch werden wollen. Wie der Einstieg in das Hobby gelingt, dafür hat er passend zur bevorstehenden Messe einige Tipps parat. 1. Auswahl: Zunächst räumt Beihl mit einem Gerücht auf. Entgegen der landläufigen Meinung sei es nicht so, dass alte Rosensorten besser als neue seien. Es gebe auch sehr gute neue Züchtungen. Beihl verweist beispielsweise auf die so genannten ADR-Pflanzen. "Die ADR-Auszeichnung ist ein guter Anhaltspunkt", meint der Fachmann. Diese Rosensorten seien gesund und hätten eine Resistenz gegen Pilzerkrankungen. 2. Standort: Beihl setzt bei seinen Rosen auf Sonne. "Das Minimum sind fünf Stunden am Tag", stellt er fest. Ein lehmiger, schwerer Boden, der Feuchtigkeit und Nährstoffe hält, sei ideal. Es gebe allerdings auch Mischvarianten. Ein reiner Sandboden hingegen müsste erst mit großem Aufwand hergerichtet werden. Weiter empfiehlt Beihl das Anhäufeln im Winter. 3. Pflanzzeit: Beim Anpflanzen sollte die Veredlungsstelle ungefähr fünf Zentimeter tief unter die Erde gesetzt werden. Rosen könnten gepflanzt werden, so lange der Boden offen ist, also üblicherweise von März bis Dezember. 4. Schnitt I: Im Sommer sollte Abgeblühtes zurückgeschnitten werden. Angesetzt werden sollte oberhalb eines "fünfzähligen Blattes". Um eine schöne Form zu erreichen, könne auch weiter zurückgeschnitten werden. Nach ein paar Wochen blühe die Pflanze dann wieder. 5. Schnitt II: Im Herbst sollten dünne, weiche Triebe gekürzt werden. "Der eigentliche Schnitt findet erst im Frühjahr statt, wenn die Forsythien richtig blühen - die wissen, wann der Winter geht", lautet Beihls Tipp. Beet- und Edelrosen sollten um fünf bis sieben Augen (Vegetationspunkte) gekürzt werden. Bei den Strauchrosen müssten die Wuchstypen unterschieden werden. Ein Rückschnitt um etwa ein Drittel bis zur Hälfte sei bei diesen Pflanzen jedoch die Regel. Bei Kletterrosen rät Beihl, Seitentriebe um zwei bis drei Augen einzukürzen. Lange Triebe könnten gelassen werden, wie sie sind. Fünf bis sechs Jahre altes Holz könne entfernt werden, um für junge Triebe Platz zu schaffen. 6. Dünger: Der Rückschnitt, etwa im April, sowie die Hauptblüte im Juni/Juli seien die idealen Zeitpunkte zum Düngen der Rosen. Kompost, gut verrotteter Mist, Rosendünger, Mineralisches - all das sei möglich. Und über die Jahre sollte man sogar variieren. "Die Rose mag die Abwechslung", stellt Beihl fest. 7.Klima: Die Rose sei prädestiniert für heiße Sommer, sie sei nicht pflegeintensiv und sie halte, wenn sie zwei, drei Jahre angewurzelt habe, auch einiges aus. Bei schnellen Witterungswechseln hin zur Hitze bestehe die Gefahr, dass die ersten Blüten verbrennen. "Aber damit muss man einfach leben", sagt der Gartenexperte. Ganz dunkle Blütentöne würden sich übrigens schneller einen "Sonnenbrand" einfangen als die helleren.