Der Begriff der Feinfühligkeit hat seinen Ursprung in der Bindungstheorie, die von John Bowlby, einem englischen Psychoanalytiker, formuliert wurde. Durch aktuelle Fachartikel und Fachliteratur wurde das Team vom "Haus für Kinder", Euerdorf, auf diesen Begriff wieder aufmerksam.

Einen ganzen Tag arbeitete das Team intensiv an der Bedeutung und der Umsetzung dieses Begriffs; "was bedeutet Feinfühligkeit für mich und meine Arbeit mit den Kindern ?" "oder was brauche ich, um feinfühlig miteinander umzugehen?" oder "wie kann ein konstant feinfühliges Interaktionsverhalten von den Erzieherinnen im zuweilen hektischen und anstrengenden Kita-Alltag in die Tat umgesetzt werden?"

Auf keinen Fall dürfe es darum gehen Feinfühligkeitskriterien "abzuarbeiten" und jeden einzelnen Bestandteil abzuhaken, es bedeute viel mehr das fortlaufende "Sich - Auseinandersetzen mit der eigenen Haltung", so Kindergartenleiterin Renate Kröckel. Diese werde dann im Laufe der Zeit immer teilnehmender und wertschätzender gestaltet.

Feinfühligkeit sei aber auch genauso bedeutend in der Zusammenarbeit im Team und der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Deshalb wollte man zu diesem Thema auch die Eltern mit ins Boot holen. Im Elternworkshop - Markt der Möglichkeiten "Feinfühligkeit" wurden Begrifflichkeiten für dieses Wort gefunden und erklärende, praktische Mitmachaktionen angeboten.

Im großen Plenum in angenehmer Atmosphäre wurden Erfahrungen, Gefühle und Gedanken geäußert. Im regen Austausch mit Müttern, Vätern und Omas erfuhren die Erzieherinnen, ob sich deren Kinder in der Einrichtung wohl und integriert fühlen, um gemeinsam an diesen Einblicken anzuknüpfen und so die Lernprozesse der Kinder zu stimulieren.

Ganz klar war zum Schluss allen - für ein wohlwollendes, feinfühliges Miteinander braucht es Zeit. Als Symbol für Feinfühligkeit packten die Eltern und Erzieher dann noch für jedes Kind einen "Lebensrucksack", gefüllt mit positiven Begleitern wie Vertrauen, Gefühl, Zeit, Atmosphäre, Achtsamkeit und Wertschätzung. red