Die kalte Jahreszeit ließ die Arbeitslosigkeit saisonbedingt ansteigen. Die insgesamt positive Entwicklung 2019 am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön pausierte zu Beginn des neuen Jahres. Im Januar 2020 waren in der Region Main-Rhön 8395 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 1102 Personen oder 15,1 Prozent mehr als im Dezember.

Die Arbeitslosenquote stieg von 2,9 Prozent im Dezember auf 3,4 Prozent im Januar. Im Landkreis Bad Kissingen waren 1860 Menschen ohne Arbeite, die Quote beträgt 3,2 Prozent.

Überwiegend Männer waren von der Winterarbeitslosigkeit betroffen, da diese oftmals in den Außenberufen arbeiten. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer stieg im Vergleich zum Vormonat überproportional stark (+ 779 Personen / + 18,9 Prozent) auf 4906 an. "Witterungsbedingte Entlassungen und das Ende des Weihnachtsgeschäftes sind Faktoren, die sich auch auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region als übliche saisonale Komponente auswirken und die Arbeitslosenzahlen spürbar ansteigen lassen. Hinzu

kamen auslaufende befristete Arbeitsverträge", bewertet Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation. Gegenüber dem Vorjahr gab es kaum Veränderung. Im Januar 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent, damals wurden 7974 arbeitslose Menschen gezählt.

Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region sind weiterhin relativ hoch. 1861

Menschen konnten im Januar ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dies waren 94 Personen weniger als im Vorjahresmonat. Im Gegenzug mussten sich 2977 Arbeitnehmer erstmals oder erneut arbeitslos melden. Dies waren 82 Personen weniger als im Januar 2019.

Weiterer Anstieg der Kurzarbeit

Die Zahl der Betriebe, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, stieg um zwei auf 71 Betriebe mit insgesamt 2404 Arbeitnehmern. Gegenüber dem Dezember waren 585 Personen mehr betroffen. Vor einem Jahr lagen die Zahlen deutlich niedriger. Im Januar 2019 waren es 20 Betriebe mit 454 Beschäftigten. "Im Vergleich zum Vorjahr gibt es einen deutlichen Anstieg der Anzeigen zu Kurzarbeitergeld. Hauptsächlich von Kurzarbeit betroffen sind die Branchen Automobil- und Zuliefererindustrie (Maschinenbau, Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, Herstellung von Metallerzeugnissen) ", führt Stelzer aus. Im Januar wurden in der Region Main-Rhön 684 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das waren 8,1 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen.

Die neueste Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (Stand: Januar 2020) liegt vor. Diese wird halbjährlich durchgeführt. Nach deren Einschätzung gibt es keinen generellen flächendeckenden und branchenübergreifenden Fachkräftemangel in ganz Deutschland. Deutschlandweit gibt es erhebliche Engpässe in einigen technischen Berufsfeldern, in Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen.

Für Bayern wurden in nachfolgend aufgelisteten Branchen weitere Engpässe zusätzlich definiert: Einen Mangel an Fachkräften wiesen die Berufsgruppen Farb- und Lackiertechnik sowie technisches Zeichnen, Konstruktion und Modellbau auf. Ebenso wurden zusätzlich Sonderbedarfe an Fachkräften in den Berufsgruppen Lebensmittel- und Genussmittelherstellung sowie Führer/innen von Fahrzeug- und Transportgeräten in Bayern gemeldet. Zusätzliche Engpässe bei dem Anforderungsniveau der Spezialisten und Experten wurden für die Berufsgruppen Metallbearbeitung, technisches Zeichnen, Konstruktion und Modellbau sowie Gesundheit, Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe, Verkauf sowie Ver- und Entsorgung, definiert.

Die Anzahl der offenen Arbeitsstellen blieb im Januar gegenüber dem Dezember weiterhin auf einem hohen Niveau. Mit 4272 Arbeitsangeboten sank der Stellenbestand im Vergleich

zum Vormonat lediglich um 72 Stellen, dies entspricht einem Minus von 1,7 Prozent. red