Man kann sich das Ganze wie einen Trichter vorstellen. Zunehmend fokussiert steuert das "Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept" der Marktgemeinde Marktschorgast schrittweise dem Ziel entgegen. Man glaubt, wie es auch Bürgermeister Hans Tischhöfer bei der Planungswerkstatt im katholischen Pfarrsaal andeutete, wenn nicht in diesem Jahr noch, dann jedenfalls 2017 erste Projekte in Angriff nehmen zu können.
Dazu hatten nach der Auftaktveranstaltung im Juli 2015 die Planer einen umfangreichen Katalog hinsichtlich der Punkte Bauen, Natur, Jung und Alt sowie Wirtschaft erstellt, der an 617 Haushalte verteilt wurde.
An der Haushaltsbefragung beteiligten sich 142 Familien. Aus Marktschorgast kamen 92 Rückmeldungen, aus Rohrersreuth vier, aus Ziegenburg drei und eine aus Pulst. Aufgrund dieser Reaktionen fanden die Planer heraus, dass sich mehr als zwei von drei Haushalten eine Umnutzung des Bahnhofes und eine bessere Nahversorgung wünschten.


Häufig geäußerte Wünsche

Über die Hälfte plädierte für Wohnungsangebote für ältere Menschen, Angebote für die Jugend, Ansiedlung von Betrieben und die Sanierung von Gebäuden. Mehr als jeder Dritte kreuzte an: Verbesserung der Busanbindung, Stärkung des Tourismus, Stärkung des Image. Dies war nun die Basis für den Entwurf eines Gesamtkonzepts mit den Schwerpunkten Bahnhof, Marktplatz Süd plus Goldener Löwe, Marktplatz Nord, Stöckleinsteich und Goldbergsee.
Ehe sich die 45 Teilnehmer der jüngsten Zusammenkunft ein vorbereitetes Arbeitsfeld (Werkstatt) aussuchen konnten, sprach Manfred Löw die Nahversorgung an. Nach Aussage von Thomas Rosemann vom Planungsteam werde sich weder Rewe noch sonst ein Discounter in Marktschorgast niederlassen. Einen Cap-Markt könne er sich vorstellen.
Nach Ausführungen von Gunter Stamm vom Planungsteam werde mit einem größeren Verkehrsaufkommen zu rechnen sein. Das ist Barbara Schmidt, die am oberen Marktplatz wohnt, ein Dorn im Auge. Sie gab an, ihr seien von Rasern bereits zwei Katzen überfahren worden, und forderte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer. Wir wollen doch Leute nach Marktschorgast bringen. Den Verkehr werden wir schon in den Griff bekommen", hielt Gunter Stamm entgegen.
All die gesammelten Ideen bei der Werkstattveranstaltung werden die Büros auswerten und etwa zur Jahresmitte vorstellen. Danach werde der Marktgemeinderat am Zuge sein. Nach Abschluss des "Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts" ist mit Mitteln aus der Städtebauförderung zu rechnen, um zeitnah notwendige Projekte in Angriff zu nehmen.