Der Countdown läuft, alle arbeiten auf Hochtouren und manche gehen dabei an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Im Haus des "Deutschen Ordens - Haus Fischbachtal", in der Menschen therapiert werden, die aufgrund ihrer Sucht ihr Leben nicht mehr im Griff haben, entstehen derzeit wunderschöne Osterartikel. Am Samstag, 7. März, werden diese dann verkauft - und zwar von 14 bis 17 Uhr in der Schreinerei.

Und Stammkunden wissen es längst: "Wir produzieren nachhaltig in einer guten Qualität", wie Arbeitsgruppenleiterin Rudy Burger versichert. Und diese Qualität kann man sehen und spüren, denn Plastik sucht man hier weit und breit vergebens. Holz, Filz, Wolle, Papier und vor allem Spezialfarben, das sind die Werkstoffe, mit denen man hier arbeitet. Horst und Stefan zum Beispiel sitzen in der Schreinerei und sägen mit viel Liebe und Geduld an österlichen Motiven. Die werden dann bemalt und erhalten so ihre Einzigartigkeit. Ein paar Sachen hat Rudy Burger noch vom letzten Jahr "sichergestellt". Das "Warum?" erklärt sie so: "Wir schaffen es manchmal nach Weihnachten gar nicht, so viel für den Osterbasar zu produzieren, wie wir müssten, deshalb halte ich immer ein bisschen was vor."

Rudy Burger denkt dabei an den letzten Adventsbasar zurück, der mal wieder eine Besucher-Rekordmarke sprengte. Diesen Ansturm kann sie sich fast nicht erklären, nur halt eben mit der guten Qualität und den absolut moderaten Preisen. "Wir machen einfach schöne, trendige Sachen und versuchen, den Zeitgeist zu treffen." Dabei müsse sie stets im Auge behalten, was umsetzbar sei und was eben nicht. Sie macht sich ja nicht nur einen Kopf um das, was verkauft werden soll, sondern auch darum, für welchen Anlass es sein könnte. Das beschreibt sie am Beispiel des "guten Hirten". Denn der könne doch ein wundervolles Geschenk sein für die Kommunion oder die Konfirmation.

Die Vorarbeiten finden in der Schreinerei statt und hier wird abgefast (abgekantet), geschliffen und in Form gebracht. Für dieses Jahr sind wieder mal jede Menge Würfel gefragt, auf denen dann die Motive befestigt werden. "So kann man sie einfach überall da hinstellen, wo man sie haben möchte." Schreinermeister Michael Schneider hat hier alles im Griff und insgesamt arbeiten etwa fünf Leute entweder gerade an den Osterartikeln oder auch am neuen Nebengebäude, in dem unter anderem Werkstätten und ein kleiner Minigolf-Kiosk entstehen sollen. Und wer am 7. März keine Zeit hat, den Osterbasar im Haus Fischbachtal zu besuchen, der könne getrost auch mal unter dem Jahr vorbeikommen, meint Rudy Burger. "Da haben wir dann viel mehr Zeit und können eventuell sogar auf spezielle Wünsche eingehen."