Die Näherinnen eines Kleidungsstückes, das in Bangladesch gefertigt und in Deutschland verkauft wird, bekommen in der Regel weniger als ein Prozent des Ladenverkaufspreises. Sie haben einen 16-Stunden-Tag, eine Sieben-Tage-Woche und arbeiten oft in einem Gebäude mit baulichen Mängeln. Die meisten Arbeiterinnen essen und trinken in den 16 Stunden nicht, um so den Akkord zu schaffen. Trotzdem können sie ihre Existenz durch die Fertigung von Kleidung nicht sichern und sind mit 35 Jahre am Ende. Das berichtete Maik Pflaum von der "Christlichen Initiative Romero e.V.".
Zur Versammlung mit dem Thema "Todschicke Kleidung zu welchem Preis?" hatten der Trägerverein des fairen Handels zusammen mit der Steuerungsgruppe "Faire Stadt Kronach" eingeladen. Leiterin der Steuerungsgruppe, Elisabeth Hoffmann, berichtete eingangs über die bisherigen Aktivitäten im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Faire Kleidung - Respekt für Mensch und Natur".
Die "Christliche Initiative Romero e.V." setzt sich seit 30 Jahren mit der Kampagne für "Saubere Kleidung" für faire Textilproduktion ein und kann etliche Erfolge, wie Gebäudesicherheit, für die 60 Millionen Näherinnen verbuchen. Ziele sind gerechter Lohn, der die Existenz sichert, sowie die Einhaltung der ILO-Normen, berichtet Maik Pflaum. Er informiert über zahlreiche Mitwirkungsmöglichkeiten der Endverbraucher und appelliert, beim Kleidungskauf auf die entsprechenden "Fair-Siegel" unter www.gruenemode.org zu achten. Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Viele der Anwesenden machten deutlich, bereits jetzt bestimmte Labels und Marken zu meiden. red