Die Sommerakademie Coburg steht in den Startlöchern. Unter den insgesamt 18 angebotenen Kursen finden sich einige Klassiker, wie die Naturfotografie mit Marcus Sonntag, der Keramik-Workshop mit Nicola Gottfried oder der Zeichenkurs mit Heide Kunze-Lysek. Es gibt aber auch sieben neue Dozenten mit Angeboten in weiteren künstlerischen Disziplinen.
Einer von ihnen ist Peter Engel, der dem kunstinteressierten Coburger Publikum kein Unbekannter sein dürfte, nahm doch der Ex-Coburger regelmäßig an den Jahresausstellungen im Kunstverein teil und gestaltete während eines Studienpraktikums am Landestheater Plakate und sein erstes Bühnenbild.
Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg gewann er 1995 den Kulturförderpreis der Stadt Coburg. Selbst weniger kunstaffine Vestestädter kennen sehr wahrscheinlich einige seiner Werke, denn auch im "Hungry Highlander" in der Steingasse hat er vor vielen Jahren mit Pinsel und Farbe seine Spuren an den Wänden hinterlassen. Es folgten eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen.
Heute lebt Peter Engel als selbstständiger Bühnenbildner und Illustrator mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Regensburg. Eine ganze Reihe an Bühnenbildern hat er seitdem geschaffen. Seine Illustrationen für den Regensburger Verlag edition buntehunde haben noch viel gemein mit den altbekannten Zeichnungen aus Coburger Zeiten: Die Wände sind immer ein bisschen schräg und die Charaktere auch. Ob Bühnenbildner oder Illustrator - Peter Engel sieht sich in erster Linie als Zeichner, denn für ihn ist Zeichnen nach wie vor die unmittelbarste und schnellste Verbindung zwischen Hirn und Papier. Am liebsten nutzt er dazu Tusche und Feder, um jegliche Korrekturmöglichkeit auszuschließen.
Für seinen Kurs an der Coburger Sommerakademie bekommt er gleich zweifache Unterstützung. Zum einen: Fanny Jacquier. Die nicht minder erfolgreiche Künstlerin und Illustratorin, die Engel in der Regensburger Kunstszene kennen- und schätzen gelernt hat, wird als zweite Dozentin mit nach Coburg reisen. Und außerdem: Rembrandt Harmenszoon van Rijn! Natürlich wird der Stargast nicht persönlich erscheinen, aber doch durch seine Grafiken den Kurs bereichern. Denn nicht zufällig findet der Workshop während der Ausstellung "Rembrandt. Von der Macht und Ohnmacht des Leibes" statt, die ab 22. Juni in den Kunstsammlungen der Veste Coburg zu sehen sein wird. Denn kaum ein anderer Künstler studierte zu dieser Zeit (1606-1669) Mimik und Gestik des menschlichen Körpers genauer und wusste diesen ausdrucksstark ins Bild zu setzen als der niederländische Meister. Oder, um es mit den süffisanten Worten Peter Engels zu sagen: "Den ollen Rembrandt als Sparringspartner in einer großen Ausstellung in Coburg zu haben, ist schon der Hammer. Da kann man sich doch schon einiges abgucken." Und so wollen Engel und Jacquier mit den Teilnehmern des Portraitkurses "Im Dialog mit Rembrandt" am 23. und 24. Juni im Carl-Eduard-Bau auf der Veste Coburg mit Tusche und Bleistift das menschliche Gesicht erkunden und sich in der Ausstellung wertvolle Anregungen vom Altmeister holen.