Ein Treff von Bürgern für Bürger: Das war die Idee, als der Johanniter-Treff "Unter den Linden" vor zwei Jahren seine Türen öffnete. Die Begegnungsstätte beruht auf dem Prinzip Ehrenamt - ohne freiwillige Helfer ließe sich der Treff nicht verwirklichen, das betont Yvonne Wagner, Leiterin des Treffs: "Mit unseren Ehrenamtlichen steht und fällt das Angebot des Treffs. Sie unterstützen mich bei Veranstaltungen, organisieren den Kaffeebetrieb und kümmern sich um unseren Second-Hand-Shop. Ich kann mich auf alle verlassen und alle sind mit viel Einsatz dabei - ein Engagement, das allen Schlüsselfeldern zugute kommt."

Denn die Türen des Treffs stehen jedem offen: Neben festen Angeboten und wechselnden Veranstaltungen gibt es während der Öffnungszeiten Kaffee und frisch gebackenen Kuchen - gespendet von rund einem Dutzend ehrenamtlichen "Kuchenbäckern", die den Cafébetrieb im Treff unterstützen.

"Unser Ziel war und ist es, Menschen zusammenzubringen und das soziale Leben in Schlüsselfeld mitzugestalten", erzählt Tanja Günster, Sachgebietsleiterin Pflege bei den oberfränkischen Johanniter, die das Projekt damals auf den Weg gebracht hat: "In den ersten beiden Jahren haben wir da schon viel geschafft, aber darauf werden wir uns nicht ausruhen. Wir freuen uns, wenn in Zukunft noch mehr Schlüsselfelder den Weg zu uns finden."

Neue Leute kennenlernen, Gleichgesinnte treffen, Kontakt knüpfen - das will der Treff den Schlüsselfeldern durch die Veranstaltungen und die Begegnungen im Café ermöglichen. "Aber auch mit ihren Sorgen und Nöten finden die Menschen in unserer Begegnungsstätte immer ein offenes Ohr", so Tanja Günster. Kooperationen vor Ort Neben festen Terminen wie der Mutter-Kind-Gruppe, Schafkopf für Jedermann oder seit kurzem einem Männerstammtisch, lädt der Treff zu saisonalen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsbacken oder der Faschingsgaudi. "Wir bemühen uns, ein buntes, abwechslungsreiches Angebot zu machen und damit viele Menschen anzusprechen. Höhepunkte in den vergangenen zwei Jahren waren zum Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus JAM, als Jugendliche interessierten Senioren zeigten, wie man Handy und Tablet nutzt. Oder unser Volksliedernachmittag mit Monika Kaiser, bei dem eine tolle Stimmung war, und der Enkel-Großeltern-Nachmittag mit der Bücherei Schlüsselfeld", erzählt Yvonne Wagner.

Viele Stammkunden hat inzwischen auch der angeschlossene Second-Hand-Shop, vor allem seit verstärkt Baby- und Kindersachen angeboten werden. Die Idee dahinter: Wiederverwenden statt wegwerfen und daneben auch den Geldbeutel der Käufer schonen. Die Erlöse kommen dem Treff zugute, Dinge, die nicht verkauft werden können, werden an andere soziale Projekte weitergegeben.

Zwei neue Projekte rund um den Treff konnten in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls verwirklicht werden: Seit vergangenem Jahr gibt es einen eigenen Fahrdienst, der Senioren, aber auch jeden anderen Hilfsbedürftigen zum Einkaufen, zum Arzt oder auch zu privaten Terminen bringt und so einen wichtigen Beitrag zur Mobilität leistet. "Bereits im ersten Jahr haben wir mit unserem Fahrdienst fast 13 000 Kilometer absolviert und der Bedarf steigt", so Wagner. Ebenfalls fest etabliert sind inzwischen die Betreuungsgruppen für Senioren und Menschen mit angehender Demenz. Jeweils donnerstags und freitags werden im Treff Senioren von ehrenamtlichen Demenzhelfern betreut und damit auch die Angehörigen für einige Stunden entlastet. Im vergangenen Sommer gab es außerdem erstmals ein Ferienangebot für Kinder: Mit dem Johanniter-Fahrdienst ging es ins Nürnberger Planetarium. Auch dieses Jahr soll es ein solches Angebot geben.

Und was bringt die Zukunft noch? "Ich fände es toll, wenn wir im Sommer den schönen Platz unter den Linden vor unserem Treff ‚bespielen‘ könnten", träumt Wagner. red