Im Seelsorgebereich Main-Schorgast-Tal findet am Karfreitag nur ein Kreuzweg statt, nämlich in Marktschorgast. Beginn ist um 9 Uhr an der ersten Station "Verurteilen" am Unteranger. So haben die Gläubigen die Möglichkeit, die Leidensgeschichte auf aus Sandstein gehauenen Bildstöcken nachzuvollziehen.
Die Stationen wollen freilich gepflegt sein. Mit Rechen, Eimer und Blumen hat sich die 87-jährige Marie Schwillinger auf den Weg gemacht, um die sechste und siebte Station herauszuputzen. Das macht sie nun schon 27 Jahre. "Das lasse ich mir nicht nehmen, solange ich es machen kann", sagt die Seniorin.
Uschi Kramer pflegt die Anlage um den ersten Bildstock. "Es musss ordentlich aussehen", sagt sie. Überhaupt ist es für die Marktschorgaster , die sich um Stationen sorgen, eine Ehre, diese für die Karwoche und das Osterfest schön herzurichten. Zu den Helfern zählten oder zählen neben Marie Schwillinger und Uschi Kramer auch Walburga Limmer, Annemarie Bald, Agnes Hübner, Konrad Beck, Rosa Kortulla, Peter Beck und Traudl Brünnler
Es ist eigentlich ein Glücksfall, dass Marktschorgast diesen Kreuzweg besitzt. Vor 30 Jahren hatte Josef Attenberger vom Forstministerium vorgeschlagen: "Wenn schon der die Kreuzkapelle umgebende Kapellenberg mit einer Summe von 125 000 Markt saniert wird, dann sollte der historische Bezug hergestellt und ein Kreuzweg mit errichtet werden".