Grund für das Interesse waren dabei wohl wieder die aktuellen Vortragsreihen und Angebote. Dazu gehörte das Thema "E-Zigarette" oder auch "Burnout - was kann ich für mich selbst tun". Die "Sturzprävention" kam ebenso an wie die Workshops "Mach was für Deinen Rücken" oder "Richtige Händehygiene" und "Rote Karte dem Schlaganfall." Professor Dr. med. Bernd Griewing, Vorstand Medizin, dankte eingangs den Besuchern, aber auch den Referenten. Er bat, sich bei diesem Präventions- und Gesundheitstag inspirieren zu lassen und vielleicht neue Wege für die eigene Gesundheit und Lebensweise zu finden.

Lebenerwartung

Der Professor sagte, dass die Lebenserwartung der Menschen innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte enorm gesteigert wurde. Gesündere Lebens- und Arbeitsbedingungen und eine bessere medizinische Versorgung nannte er als entscheidend. Hinzu komme die Bewegung, vollwertige, ausgewogene Ernährung und der verantwortungsvolle Umgang mit Genussmitteln. Eine weitere Säule neben der Akutversorgung, der Rehabilitation und der Pflege am Rhönklinikum sei die Prävention. Dass so viele Gäste gekommen waren, zeigten Professor Dr. med. Bernd Griewing, dass sie erkannt haben, dass Lebensqualität von der Gesundheit abhängt. "Wir möchten Sie ermutigen, selbst aktiv zu werden." Dieser Tag will die Gesundheitskompetenz durch Aufklärung stärken. "Denn nur wer die Gefahren kennt, kann entsprechend handeln."

Das Team des Campus Rhönklinikum wolle die Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Prävention teilen, um die Gesundheit der Menschen zu fördern und Krankheiten zu vermeiden. "Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen." Der Professor zitierte dazu Sebastian Kneipp, der einmal gesagt hatte: "Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch Lebenswandel." Bad Neustadts stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rösch überbrachte die Grüße von Bürgermeister Bruno Altrichter und dem Stadtratsgremium. Jeder wolle älter werden, und da sei Prävention wichtig. Dem Rhönklinikum sagte die Zweite Bürgermeisterin im Namen der Stadt ein herzliches Dankeschön für solche Angebote für die Bevölkerung. Am Klinikum habe man hohe Kompetenz und vor allem ein umfangreiches Wissen, das man bei derartigen Veranstaltungen weitergibt. Rita Rösch: "Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts."

Diskussion ums Rauchen

Mit seinem Referat "Ich rauche nicht, ich dampfe nur" und der Frage "Geht die E-Zigarette nicht aufs Herz?" hatte Professor Dr. Sebastian Kerber, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, ein interessantes Thema. Das zeigten die anschließenden Diskussionen. Er stellte fest, dass der Mensch auf seine Sicherheit im Auto durch den Sicherheitsgurt achtet, aber auch sein Fahrzeug sofort in die Werkstatt bringt, wenn irgendwo ein gelbes oder rotes Licht aufleuchtet. Bei der Gesundheit sei dies leider nicht der Fall. Konkret sprach er die E-Zigarette an. Hier sei oft unklar, wie die Zusatzstoffe auf den menschlichen Körper wirken. "Sie wissen nicht, was sie tun!" stellte der Professor fest. Das Problem sei die Reizung der Atemwege, krebserzeugende Substanzen und der Einfluss auf das Nervensystem sowie Zahnfleischentzündung und Kehlkopfkrebs.

Nikotin greife in die Blutgerinnung ein, was besonders bei den Herzkranzgefäßen die Gefahr für einen Herzinfarkt verstärkt. Professor Dr. med. Sebastian Kerber ist sich sicher, dass auch eine E-Zigarette ohne Nikotin nicht hilfreich ist, von der Zigarette wegzukommen. Er nannte die E-Zigarette eine Einstiegsdroge. Wer mehr als zehn Zigaretten am Tag rauche reduziere seine Lebenserwartung um 9,4 Jahre.

Wer aber das Rauchen vollkommen einstellt, könne nach 15 Jahren so weit sein, also ob er nie geraucht hätte. Zur E-Zigarette sagte er: "Es ist nicht belegt, dass man durch die E-Zigarette vom Rauchen wegkommt, und auch die E-Zigarette hat ungünstige Bestandteile."

Dr. phil. Lothar Schattenburg, leitender Psychologe der Psychosomatischen Klinik, informierte dann zum Thema "Burnout - was kann ich für mich selbst tun?". Dr. med. Adriana Ionescu, Leitende Oberärztin der Saaletalklinik, sprach über "Cannabis-Legalisierung: Hilfreich oder schädlich?", und Dr. med. Nagham Soda, Fachärztin Anästhesie, Ernährungsmedizinerin, hatte das Thema "Was verrät meine Körperform über die Gesundheit?". Bewegung für alle hieß es beim Präventions- und Gesundheitstag, und dann ging es Dr. med. Ruth Rusche um das Pro und Kontra der Grippeimpfung, bevor sich Dr. med. Alfred Baumgarten mit der Sturzprävention befasste. Eberhard Helm, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Ostheim. beschloss die Veranstaltung mit "Prävention aus der Region".