Ich muss mich heute mal outen: Ja, ich fahre einen Diesel - und ich schäme mich nicht. Und ich halte diese ganze Debatte um Fahrverbote in den Städten für so was von schräg. Da sperren sie zum Beispiel in Hamburg eine 580 Meter lange Allee und zwingen Autofahrer dazu, auf die angrenzenden Straßen auszuweichen. Ach ja, Anlieger, Besucher von Anliegern, Taxis und Busse, die Anlieger befördern, und Lieferfahrzeuge, die Waren bringen, die Anlieger konsumieren, sind ausgenommen ...

Meine bescheidene Meinung ist, dass es nicht so sehr darauf ankommt, mit welchem Kraftstoff der Motor unter der Haube in Schwung gehalten wird, sondern wie sich der- oder diejenige verhält, die hinterm Steuer sitzt. Warum zum Beispiel muss man seinen Mittelklassewagen auf der Autobahn am Ende einer Baustelle mit dem Drehzahlmesser am Limit in vier Sekunden von 80 auf 180 Sachen beschleunigen, wenn keine hundert Meter weiter deutlich sichtbar beide Spuren dicht sind und man gleich wieder in die Eisen muss?

Noch krasser war das, was ich neulich an einem heißen Tag auf einem Baumarktparkplatz erlebte. Dort stand ein schwarzer Wagen mit laufendem Motor in der prallen Sonne. Ein Fahrer saß nicht drin, wohl aber drei Kinder, die - gut gekühlt durch die permanent laufende Klimaanlage - mit ihren Smartphones spielten. Als ich zehn Minuten später nach dem Einkauf zurückkam, lief der Motor immer noch. Wahnsinn, dachte ich und hätte am liebsten den Zündschlüssel herumgedreht und versteckt.

Ganz ehrlich, ich würde ja meine nächste Städtetour liebend gerne mit der Bahn machen. Aber versuchen Sie mal, ohne Dieselbus zum Kulmbacher Bahnhof hin- und ohne Dieselzug wieder wegzukommen ... Dietmar Hofmann