Trotz kühler Temperaturen und Wettervorhersagen, die stets Regen erwarten ließen, feierten die "Klaweiser Ortsburschen und -madle" am Wochenende eine erfolgreiche dreitägige Kerwa. Nur am Samstagnachmittag hatten die jungen Leute großes Glück. Die Kerwafichte stand seit fünf Minuten, als ein starker Wind über dem Festplatz wehte, der das Aufstellen zu einem gefährlichen Unternehmen gemacht hätte.

Der Höhepunkt des Festes kam nach dem Festgottesdienst und Mittagstisch am Sonntag, als der Festzug von Burgweisach kommend durch Kleinweisach rollte. Sieben Wagen waren dabei, vier mit Themen aus dem Dorfgeschehen, zusammen mit drei Anhängern für die Dorfkinder, die Ortsburschen und -madle sowie die Kapelle "Drei-Franken-Eck" aus Burghaslach.

Ein seltsamer Einsatz

Die Publikumsmagneten bildeten ein Wagen, der einen denkwürdigen Feuerwehreinsatz darstellte, und ein zweiter, der mit einem noch merkwürdigeren Einsatz des Kreisveterinäramts zu tun hatte. Kerwaprediger Lukas Großkopf erzählte, worum es ging.

Die Kerwaburschen und -madle bilden auch einen großen Anteil der Mitglieder der Kleinweisacher Freiwilligen Feuerwehr. An einem Abend im vergangenen Jahr haben die jungen Leute ihren Kerwaerfolg mit einem Weißwurstessen gefeiert, bis zu ihrem Verdruss die Feuerwehrsirene heulte. Die Feiernden haben gezögert, erzählte Großkopf, weil die Würste noch nicht aufgegessen und die Gläser noch nicht geleert waren, und auch weil das bestimmt ein Probealarm war, oder? Die Feuerwehrler sind dann natürlich trotzdem, wenn auch etwas widerwillig ausgerückt, aber am Feuerwehrhaus war kein Feuerwehrwagen zu finden. Man sah allerdings, dass eine schwarze Rauchwolke über Burgweisach gen Himmel wehte. Man hatte keine andere Wahl, als mit den Privatautos zum Brand zu fahren, berichtete der Prediger. Dort fanden sie zwei Kleinweisacher, die mit dem Feuerwehrauto zum Brand geeilt waren, zusammen mit einer benachbarten Feuerwehr, die alles schon unter Kontrolle hatten. Brandobjekt? Das alte, bereits ausgemusterte Feuerwehrauto, erklärte Großkopf.

Lebloser Hund im Zwinger

Genau so krumm, meinte er, war die Geschichte mit dem Hund. Der Tatort war wieder Burgweisach. Es sah so aus, erzählte Prediger Großkopf, als ob ein Dorfbewohner zwei Hunde im Zwinger hatte. Ein Hund ging immer mit seinem Herrchen spazieren und konnte sein Leben genießen. Der zweite blieb allerdings immer im Zwinger und stand lustlos, ja fast leblos dort.

Ein Unbekannter schlug Alarm beim Veterinäramt. Dessen Vertreter erschienen am angeblichen Tatort. Der Hundebesitzer, erzählte der Prediger, war "ganz schön erschrocken" und protestierte, "Ich gehe doch jeden Tag mit meinem Hund joggen!" Die Beamten sagten, sie dachten an den zweiten Hund. Dann konnte das Herrchen erleichtert aufatmen. Er fuhr sie zum Zwinger, wo sie mit ihrem Fachwissen feststellten, dass der Hund wirklich ein lustloses, lebloses Kuscheltier war. Mark Oliva