Der Tabellenvierte HSC 2000 Coburg gewann nach einem lange Zeit offenen Schlagabtausch mit 34:31 (17:14) bei der HSG Konstanz. Wie man eine Saison trotz verpasstem Saisonziel vernünftig zu Ende spielt, zeigten die Vestestädter dabei eindrucksvoll.
Nach der knappen 30:32-Heimniederlage im Derby gegen die Thüringer agierte Coburg, trotz der Verletzung von Torwart Jan Kulhanek beim Aufwärmen, sehr entschlossen, gallig, ja fast etwas wütend nach der Pleite am Freitag. Unterstützt wurde der gute Start der Gäste durch Konstanz selbst. Fünfeinhalb Minuten dauerte es, bis die HSG-Fans den ersten Treffer ihrer Mannschaft feiern durften. Zwei technische Fehler und zwei starke Paraden des HSC-Keepers Oliver Krechel führten da schon zur ersten Ernüchterung auf Seiten der Hausherren.
Für Maximilian Wolf kam Konstantin Poltrum zwischen die Pfosten, doch bis auf einen parierten Siebenmeter konnte er sich kein einziges Mal gegen seine künftigen Mannschaftkameraden auszeichnen.
Vor allem Romas Kirveliavicius war immer dann zur Stelle, als Konstanz sich gut formiert und den HSC am Rande des Zeitspiels hatte. Entweder er traf aus dem Rückraum, fand im Eins-gegen-Eins jede noch so kleine und kurz aufgehende Lücke oder bediente seine Mitspieler mustergültig. Der HSC führte zur Pause verdient mit 17:14.
Nach dem Seitenwechsel war das, was lange nach einer eindeutigen Angelegenheit ausgesehen hatte, jedoch plötzlich endgültig wieder ein völlig offener Schlagabtausch. Beim 18:18-Ausgleich tobte die Halle, das was HSC-Trainer Jan Gorr unbedingt vermeiden wollte. "Wir wissen, wie das hier sein kann", sagte er hinterher.
"Wir haben gewusst, was Konstanz auszeichnet, dass sie uns mit ganz viel Tempo gefährden", zeigte sich der Coach der Gäste erleichtert, dass sein Team "sehr effektiv und präzise im Angriff agierte. Dadurch konnten wir uns immer wieder vom Druck befreien." Bis zum 24:25 hielt Konstanz den Anschluss (44.), ehe Stefan Lex - begünstigt durch einige erneute leichte Ballverluste der HSG - mit dem Tor zum 31:26 (52.) schon die Vorentscheidung markierte.
Gorr: "Wir sind mit einem mulmigen Gefühl nach Konstanz gefahren, zumal wir gegen Eisenach ein schlechtes Spiel machten. Ich hab das Team in die Pflicht genommen und gesagt, dass das nicht unser Anspruch sein kann." Routiniert ließ sich Coburg den verdienten Erfolg nicht mehr nehmen.