Die Musik hat das Leben von Horst Degelmann entscheidend geprägt. Der gebürtige Bayreuther feierte jetzt seinen 80. Geburtstag.
Eines wurde bei der Feier besonders deutlich: Die Musik hat den früheren Pädagogen und Rektor jung gehalten.
1958 absolvierte Degelmann in seiner Heimatstadt - hier leitete er über 40 Jahre das Orchester der Studenten-Verbindung "Franco Palatia" - die Abiturprüfung und studierte danach Lehramt an Volksschulen. Aus mehreren Angeboten wählte er Fölschnitz als erste Schulstelle aus. Das war eine gute Entscheidung, denn hier lernte er auch seine spätere Frau Ingeborg kennen. Fölschnitz war für ihn deshalb interessant, weil es Bayreuth am nähesten war, denn er spielte im Kammerorchester der Pädagogischen Hochschule.
Horst Degelmann erinnert sich an die einklassige Volksschule: "Es war hauptsächlich ein Organisationsproblem, und man musste Gruppen bilden - etwa die Klassen 1 und 2 zusammen, 3 und 4 oder 5 bis 8. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Im Prüfungsjahrgang hatte ich 53 Kinder in einem Raum und in acht Klassen."
1966 wurde Degelmann nach Kulmbach an die Blaicher Schule versetzt, wo er eine Ausbildung als Singschullehrer und Chorleiter begann. Nach der Auflösung der Singschule übernahm er die musikalische Leitung der Musikschule Kulmbach.
Seine erste Schulleiterstelle trat er 1983 an der Pestalozzischule an. Nach zehn Jahren wurde er zum Rektor der Max-Hundt-Schule berufen, der größten Volksschule Kulmbachs, bevor er 2001 in den verdienten Ruhestand ging.
Bereits in jungen Jahren übernahm der begnadete Musiker die Leitung verschiedener Chöre und Orchester. Nachdem sein Schwiegervater die drei Chöre des Gesangvereins Fölschnitz geleitet hatte, blieb Degelmann nichts anderes übrig, als in seine Fußstapfen zu treten - genau 20 Jahre. Weitere Stationen waren der Plassenburg-Singkreis und das Kammerorchester, das er bis 2013 dirigierte. Viel Spaß hatte er auch mit der Leitung des früheren Chores des Musikvereins Stadtsteinach.
Was die Chorarbeit allgemein angeht, stellt der Jubilar fest: "Die Zeiten haben sich geändert, es wird anderes Liedgut gefordert. Manchmal ist es aber zu Pop- und englischlastig. Schade, dass das deutsche Liedgut zunehmend in den Hintergrund gerät."