Die Teilaufstockung eines Wohngebäudes in Honings sorgte für Diskussion im Gemeinderat Hetzles. Der Antragsteller plant, auf der Garage aufzustocken, um eine Wohnung zu errichten, und damit einen einheitlichen Baukörper zu schaffen.

Bereits im Oktober 2018 erhoben die Gemeinderäte Bedenken bezüglich der Abstandsflächen und Erschließung und verweigerten ihr Einvernehmen. Das Landratsamt Forchheim hatte im Mai 2018 die Pläne des Bauwerbers an die Gemeinde weitergeleitet, in denen die gesicherte Einleitung der Abwässer für bis zu zwölf Personen mittels einer Direkteinleitung nachgewiesen werden soll.

Hierbei werden nach einem Gutachten bis zu 1,8 Kubikmeter geklärtes Schmutzwasser pro Tag in den Ortskanal eingeleitet. Bei der Erstellung des Abwasserkonzeptes für Honings wurden für das betreffende Anwesen zwei Einwohner festgehalten. Die eingebaute Kleinkläranlage ist für eine theoretische Leistung für sechs Einwohner ausgelegt. Eine neuerliche Überprüfung der Funktionstüchtigkeit der Kleinkläranlage 2011 habe sogar nur Wert für vier Einwohner ergegen, berichtete Bürgermeister Franz Schmidtlein (BHH). Dieser Einwohnerwert werde durch die geplante Teilaufstockung weit überschritten.

Der Bürgerverein "Abwasserentsorgung Honings" verfügt über den Kanal und sorgt für die Instandsetzung und Pflege. Das geklärte Abwasser wird über einen Oberflächenwassergraben weitergeleitet. Für die Einleitung ist die Gemeinde Hetzles Träger der wasserrechtlichen Genehmigung. Diese Genehmigung begrenzt die Einleitungsmenge aus Honings auf acht Kubikmeter täglich. Sollte die Gemeinde mehr Wasser einleiten, verhält sie sich rechtswidrig und gefährdet den Fortbestand der Erlaubnis für den gesamten Ortsteil.

Bestandsschutz der anderen

Mit der Erweiterung seiner Anlage, erklärte Schmidtlein, würde der Antragsteller ein Viertel der zulässigen Einleitungsmenge in den Ortskanal für sich beanspruchen. Die weiteren Anwesen in Honings genießen Bestandsschutz. Nach der wasserrechtlichen Genehmigung ist die Benutzung der Ortskanalisation nur im Rahmen der festgesetzten Bedingungen und Auflagen erlaubt. "Demnach ist das Vorhaben als sehr kritisch zu sehen", meinte Schmidtlein.

"Was passiert eigentlich, wenn ein Baugebiet ausgewiesen wird?", fragte Gemeinderat Edwin Schmidtlein (BFH). "Ein Wachstumspotenzial für Honings ist in der derzeitigen Situation völlig ausgeschlossen", antwortete der Bürgermeister. Wenn sich Honings erweitern möchte, müsse zuerst die Abwasserfrage geklärt werden mittels Alternativen. Dies könnte eine Schilfkläranlage oder der Anschluss an die Kanalisation in Hetzles sein, immer mit dem Hinweis, dass nicht unerhebliche Kosten auf die Bewohner von Honings zukommen. Nach Diskussion lehnten die Räte mehrheitlich das Vorhaben ab.