Leserbrief zur Waldbewirtschaftung im Steigerwald:

Beim Spaziergang am vergangenen Samstag im Weilersbachtal/Weg der Artenvielfalt bei Rauhenebrach ist mir an der Gemarkung Milsterholz ein Hinweisschild der Bayerischen Staatsforsten aufgefallen, auf dem auf die ökologische Holzernte mit dem bewussten Verbleib der Baumspitzen im Wald als ökologisch wertvolles Totholz hingewiesen wurde. Vorsorglich wurde sich vorab für die witterungsbedingte Verschmutzung der Waldwege entschuldigt.
Die geweckte positive Erwartungshaltung wurde leider total enttäuscht, wobei die kaum passierbaren Wege noch das geringste Übel darstellten.
Viel enttäuschender war, wie das Ist der ökologischen Holzernte aussah. Das verbliebene, angeblich ökologisch wertvolle Totholz (in der Definition der Bayerischen Staatsforsten = alles, was nicht zum Stamm passt) erinnerte mehr an den in der Hochseefischerei bekannten Begriff des Beifangs, bei dem ebenfalls alles, was nicht zum Auftrag passt und bei weiterer Verwertung zu zusätzlichen Kosten führen würde, einfach über Bord gekippt wird.


Tiefe Spuren im Boden

Zu diesem gleichgültigen Umgang mit dem Wald gehören leider auch die tiefen Furchen, die die Holzerntemaschinen in dem durch die Winterniederschläge total aufgeweichten Waldboden hinterlassen haben.
Das geerntete Holz ist mittlerweile bereits abtransportiert. Die Wege werden sicherlich im Frühjahr wieder hergerichtet, aber wann wird sich der Wald als touristisch wertvolles Naherholungsgebiet erholt haben?
Scheint egal zu sein, weil das Holz ja bereits verkauft ist.

Hans-Jürgen Fihlon
Rauhenebrach