Rege war das Interesse an der einmal jährlich für alle Einwohner stattfindenden Bürgerversammlung. Rege nutzten die Bürger die Gelegenheit, die Themen anzusprechen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Das Spektrum reichte dabei von mangelndem Wohnraum und wenig neuem Bauland bis hin zur Erhöhung von Gebühren und Vereinsangelegenheiten.

Doch bevor die Bürger ausführlich zu Wort kamen, bilanzierte Bürgermeisterin Karin Barwisch (Bürgerforum) erst einmal wesentliche Daten und Fakten aus der Statistik. Demnach hat Hollfeld derzeit 5062 Einwohner. Bis zum Versammlungstag standen heuer den 32 Geburten 62 Sterbefälle gegenüber. 1036 Einwohner sind 66 Jahre und älter. Der Gesamthaushalt der Stadt umfasst 11,6 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 2116 Euro. Für die 232 Schüler der Grundschule muss die Stadt eine Schulumlage von 223 000 Euro aufbringen. Der geplante Umbau der Grundschule wird auf 5,5 Millionen Euro geschätzt. Die Umlage an den Zweckverband zur Gesamtschule beläuft sich auf 272 185 Euro. Auch dort ist eine Gesamtsanierung mit 20 Millionen Euro veranschlagt. Man erwartet eine Förderung von 90 Prozent. 1,5 Millionen Euro Kreisumlage muss Hollfeld an den Landkreis Bayreuth abführen.

Zu den Einnahmen der Stadt gehören 1,7 Millionen Euro Schlüsselzuweisung, 560 000 Euro Grundsteuer, 1,11 Millionen Gewerbesteuer und 2,3 Millionen Einkommensteueranteil. An Stabilisierungshilfe durch den Freistaat hat die Stadt bis jetzt 2,25 Millionen Euro erhalten.

Zwei Interessenten

Zu Baumaßnahmen führte die Bürgermeisterin aus, dass das "Gewerbegebiet Nord" fertiggestellt werden müsse, da es zwei weitere Interessenten gebe. Auch mit der Erschließung des Baugebietes in Weiher werde noch heuer begonnen. Im Rahmen der Stadtsanierung werde das Spitalgebäude saniert und eine Begegnungsstätte eingerichtet. Die neuen Räume der Musikschule wurden im alten Rathaus untergebracht. Daneben gibt es hier Platz für ein Trauungszimmer und die VHS.

Was die Bürger in der Versammlung am meisten ansprachen, waren die kalkulierten Friedhofsgebühren. Die Bürgermeisterin machte dazu deutlich, dass die im Raum stehende Kalkulation nicht umgesetzt werden könne. Ihr Ziel sei es, die Gebühren fair und in Teilabschnitten anzupassen. Sie betonte aber auch, dass der Friedhof zum einen kostendeckend geführt werden müsse und sich zum anderen das Beerdigungsverhalten in den letzten Jahren geändert habe: Urnengräber nehmen zu, und die Kosten sinken, weil Urnengräber günstiger sind. Alfred Taschner mahnte an, mit den Gräbern der verstorbenen Bürger pietätvoll umzugehen.

Bezüglich der Bürgerhäuser

ist die Bürgermeisterin nach wie vor der Meinung, dass die Vereine sich an den Kosten zu beteiligen haben. Es sei nicht zu vertreten, dass alle Bürger die von den Vereinen verursachten Unkosten mittragen müssen.

Bei den weiteren Wortmeldungen monierten Eva Hartl und Josef Kestler, dass es in Hollfeld keine Bauplätze gibt. Kestler machte den Vorwurf, dass die jungen Leute abwandern und dort in Bauland investiert werde, wo keine Infrastruktur vorhanden sei - wie in Krögelstein. Beide Bürger baten die Stadträte, sich für die Schaffung von Wohnraum und Bauplätzen einzusetzen.

Alfred Taschner zitierte dann aus Zeitungsberichten, dass andere Kommunen im Landkreis Zuschüsse über Städebauförderung oder andere staatliche Stellen erhalten.

Kerstin Edelmann wies die Vorwürfe gegenüber den örtlichen Vereinen zurück, sie seien schuld, wenn die Stadt Hollfeld weniger oder gar keine Stabilisierungshilfe bekommt. Die Vereine in Drosendorf zahlen seit 16 Jahren ihren Anteil für die Nutzung des alten Schulhauses.

Hanspeter Härtl bedauerte, dass in den letzten Wochen seitens der Stadt Hollfeld Erhöhungen von Strompreis, Abwassergebühren und auch Wassergebührenbescheide ins Haus geflattert sind. Für seinen Zwei-Personenhaushalt bedeutet dies eine jährliche Erhöhung von 700 Euro.

Er stelle sich die Frage, wie dies finanzschwache Familien verkraften können. Seiner Meinung nach sollten die einzelnen Bescheide zeitversetzt versandt werden.

Genehmigungen dauern zu lange

Bauunternehmer Hans Stenglein prangerte an, dass Baugenehmigungen für ein einfaches Wohnhaus beim Landratsamt oft sechs bis acht Monate dauern Er bat Bürgermeisterin Karin Barwisch eindringlich, dieses Problem mit Landrat Hermann Hübner zu besprechen. gel