Das wurde aus der Vorstellung durch das Ing.-Büro Winkler und Partner GmbH aus Stuttgart am Montagabend deutlich: Der Hochwasserschutz wird für die Gemeinde Ködnitz eine kostspielige Angelegenheit. Dipl.-Ing. Armin Binder, der in dem Ingenieurbüro als Bereichsleiter für die Hydrologie und Hydraulik von Gewässern zuständig ist, zeigte geschätzte Gesamtkosten von immerhin nahezu 2,3 Millionen Euro auf, die für eine Verbesserung von sieben konkreten Gebietsuntersuchungen notwendig wären.
Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU) verwies darauf, dass dieses Konzept seit mehr als drei Jahren in Bearbeitung ist. Für den Gemeinderat sei vor allem die Frage wichtig, was kann die Gemeinde tun, um die Gefahren des Hochwassers zu minimieren. Der große "Wurf" werde der Gemeinde allerdings vorerst nicht gelingen, sondern zunächst soll versucht werden, mit überschaubaren Mitteln eine Optimierung bei den einzelnen Einlaufbauwerken zu erreichen.
Auslöser für die Erstellung des Integralen Hochwasser- und Rückhaltekonzepts waren die Niederschlagsereignisse vor vier Jahren im "Veitsgraben". Für die Flussgebietsuntersuchung war zunächst die Ermittlung der Abflusswerte auf Basis eines hydrologischen Berechnungsmodells erforderlich. Daraus folgernd die Ermittlung der Wasserspiegel auf Basis eines hydraulischen Berechnungsmodells, die Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes mit einer Kostenabschätzung und der für die Gewährung von staatlichen Zuwendungen erforderlichen Nutzen-Kosten-Untersuchung.
Was den Untersuchungsumfang angeht, zeigte Dipl.-Ing. Armin Binder folgende Bereiche auf:
- Kauerndorf, Graben in die Schorgast
- Ebersbach, Graben in den Weißen Main
- Ködnitz, Mühlgraben
- Ködnitz, Veitsgraben
- Fölschnitz, Fölschnitz
- Fölschnitz, Graben in den Weißen Main
- Tennach, Köhlerbach
Das Hochwasserschutzkonzept sieht vor, dass die Ortslagen durch den Bau eines technischen Hochwasserschutzes mit Rückhaltebecken oder durch Wände, Deiche und Objektschutz geschützt werden können. In die Prüfung dieser beiden Alternativen fließen die Hydrologie/Hydraulik, die überörtliche Wirkung, die Ökologie, der Grunderwerb und die Baukosten mit ein und all die Punkte führen dann letztlich zur Bewertung des Hochwasserschutzkonzeptes.
Sehr eingehend hat das Ing.-Büro Winkler und Partner GmbH einen möglichen Rückhalt am Beispiel vom "Veitsgraben" untersucht und dabei drei Standorte für einen Wasserrückhalt von 9 500 bis 11 000 Kubikmeter aufgezeigt. Die Stauhöhen reichen dabei von 4,9 bis 7,6 Meter.
Beim Rückhalt werden Kosten von 960 000 Euro veranschlagt, aber für ausreichend und damit auch kostengünstiger wurde hier der Austausch der bestehenden Verrohrung auf einer Länge von 181 Meter eingestuft, um ein hundertjähriges Hochwasser durchzuleiten. Hier liegen die Kosten bei rund einer halben Million Euro und das Ing.-Büro sah hier auch die Möglichkeit einer staatlichen Förderung mit rund 60 Prozent.
Dipl.-Ing. Armin Binder gab in diesem Zusammenhang aber auch klar zu verstehen, dass für eine Kommune keine Verpflichtung besteht, das Oberflächenwasser ordnungsgemäß zu beseitigen.


Hoher Aufwand für die Fölschnitz

In Kauerndorf und in Fölschnitz (Graben) ist mit einem Ausbau mit geschätzten Kosten von jeweils 12 000 Euro relativ viel für einen Hochwasserschutz zu erreichen. Kostspieliger wird dagegen der Hochwasserschutz bei der Fölschnitz selber, der sowohl beim Ausbau als auch bei einem möglichen Rückhalt mit 1,2 Millionen Euro angesetzt ist. Für Ebersbach wurden 350 000 Euro ermittelt, egal ob Ausbau oder Rückhalt. In Tennach ist mit 12 000 Euro ebenfalls viel zu erreichen. Teuer wird es dagegen beim "Mühlgraben" in Ködnitz. Hier ist ein Rückhalt mit rund 300 000 Euro die billigere Variante. Bleibt noch der "Veitsgraben", der für die Variante Ausbau Kosten von 370 000 Euro und für die Variante Rückhalt 960 000 Euro aufweist.
Armin Binder sprach sich letztlich - was das Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung angeht - für eine Optimierung der Verrohrungseinläufe in Kauerndorf, Ebersbach, Ködnitz, Fölschnitz und Tennach aus. Hinsichtlich der möglichen Fördermaßnahme "Veitsgraben" wird die Gemeinde Ködnitz, wie Bürgermeister Stephan Heckel-Michel versicherte, weiterhin im Gespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof bleiben.