Bei Neu-Verpachtungen von landwirtschaftlichen Flächen soll die Gemeinde Strullendorf zukünftig untersagen, Herbizide als auch Glyphosat zu verwenden: Diesen Antrag hatte die SPD in den Gemeinderat eingereicht. Der Vorstoß wurde mit 8:9 Stimmen knapp abgelehnt - nach hitziger Diskussion.

Die CSU-Fraktion rechtfertigt ihre Verweigerung im Nachgang mit der Begründung, dass die Formulierung "alle Herbizide" zu weit gehe und damit die konventionelle Landwirtschaft zu sehr eingeschränkt werde. Laut Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) habe man den Antrag auf den gemeinsamen Nenner "Glyphosatfreie Pflanzenschutzmittel" ändern wollen: "Und darauf haben sich Neue Liste und SPD nicht eingelassen."

Für Christian Beickert (SPD) ist die Ablehnung "ein grandioses Eigentor" und ein "klares Signal gegen eine Minimalform des Umwelt- und Insektenschutzes." Und das, "obwohl es pro Jahr laut Info der Gemeindeverwaltung ohnehin allenfalls zu einer Neuverpachtung komme und drei bis vier Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Flächen im Gemeindegebiet in kommunaler Hand sei."

Auch Manfred Pappenberger (Neue Liste) bedauert die zurückhaltende Suche nach Gemeinsamkeiten innerhalb der Fraktionen. Schließlich "sollten wir ernsthaft überlegen, was eine Gemeinde tun kann, um Prozesse zu fördern, die der Gesellschaft zugutekommen: wie die Förderung und den Erhalt der Artenvielfalt, Schutz des Grundwassers oder der Biodiversität." In seinem Statement hält es Pappenberger für sinnvoll, ein kommunales Konzept zu entwickeln oder einen entsprechenden Maßnahmenkatalog zu erstellen. gro