Einmal mehr ist der Marktgemeinderat von einem Personalwechsel betroffen: Daniel Seeberger von der CSU-Fraktion scheidet auf eigenen Wunsch wegen beruflicher und privater Veränderung aus. Aus gesetzlichen Gründen konnte der Marktgemeinderat seinem Ersuchen nach Entbindung vom Ehrenamt nicht widersprechen. Erster Listennachfolger bei der CSU wäre H.-G. Mühlbauer, der aber auf seine Zugehörigkeit zum Marktgemeinderat verzichtete.
Zum Zuge kommt nun der weitere Listennachfolger, Christian Büttel, der dem Gremium bislang als Ortssprecher von Friesen beratend zur Seite stand. Büttel willigte ein. Friesen hat nach dessen Vereidigung als Marktgemeinderat keinen separaten Ortssprecher mehr.
Der Wechsel blieb diesmal in der Sitzung nicht unkommentiert, nachdem die auffallend häufigen Veränderungen schon einmal auf der Lokalseite des Fränkischen Tags einer kritischen Betrachtung unterzogen worden waren.
Diesmal äußerte Kurt Barthelmes von der WG Regnitzau sein Bedauern über die gesetzliche Neuregelung, wonach es keines besonderen Grundes mehr bedarf, ein Gemeinderatsmandat aufzugeben. Auf diese Weise könne man die Ratsstühle auch gleich verlosen, unkte der Jurist. Mit Demokratie habe eine Gemeinderatswahl somit nichts mehr zu tun. Barthelmes: "Eine Fehlentwicklung!" Und dem SPD-Rat Josef Haas platzte der Kragen, weil es hingenommen wird, dass einer seit längerer Zeit unentschuldigt bei den Sitzungen fehle. "Das stinkt zum Himmel", meinte Haas.


Fehler im Bauamt

Fast hätte der Bebauungsplan "Nahversorgungszentrum II" in Sassanfahrt alle Hürden des Anhörungsverfahrens genommen, aber nun muss der Bebauungsplan erneut öffentlich ausgelegt werden. Anlass ist der Einwand eines Berliner Rechtsanwalts, der einen Anlieger des Baugebietes vertritt: Bei der zweiten öffentlichen Auslegung sei die gutachterliche Lärmuntersuchung nicht während der vollständigen Auslegungsdauer im Internet ersichtlich gewesen. Deshalb monierte der Jurist einen "beachtlichen Verfahrensfehler".
Dem wird nun durch erneute öffentliche Auslegung abgeholfen, die bei zwei Gegenstimmen beschlossen wurde. Ein bisschen kleinlaut räumte Bürgermeister Klaus Homann ein, dass der Fehler im Bauamt der Marktgemeinde begangen worden sei. Offen bleibt, ob durch den zeitlichen Verzug Nachteile entstehen und ob dafür die Marktgemeinde geradestehen muss.


Die Bilanz stimmt wieder

Von der einen Tasche in die andere: Der Bauhof des Marktes erbringt als Hilfsbetrieb der Verwaltung unter anderem für kostenrechnende Einrichtungen wie Wasserver- und Abwasserentsorgung Leistungen. Damit dort die Bilanz stimmt, wird der Arbeitsaufwand verrechnet: rückwirkend für 2017 mit 31 Euro pro Stunde. Das entspricht den durchschnittlichen Bruttopersonalkosten von 27 Euro plus einem Gemeinkostenzuschlag von 15 Prozent. Der Marktgemeinderat erklärte sich mit dieser Regelung einverstanden.
Mit rund 50 000 Euro bezifferte Bürgermeister Klaus Homann den Schaden, der bei dem schweren Sturm mit verheerendem Hagelschlag am 11. Juni dieses Jahres der Marktgemeinde an verschiedenen Gebäuden entstanden ist. Allein an der Hirschaider Schule beliefen sich die Reparaturkosten auf 25 000 Euro. Weil die meisten Gebäude der Gemeinde nur gegen Feuer versichert sind, entschloss sich der Bürgermeister zu einer dringlichen Anordnung, nämlich zur Aufstockung des Versicherungsschutzes der Frankenlagune, der Regnitzarena, der drei Kindergärten und beider Schulen. Die Versicherungsprämien erhöhen sich dadurch von bislang 31 364 auf 87 700 Euro, und zwar bei 25 000 Euro Selbstbeteiligung. Angesichts der zwischenzeitlich aufgetretenen Unwetter mit hohen Schäden im benachbarten Hausen und Heroldsbach billigte der Marktgemeinderat die Erhöhung des Versicherungsschutzes durch den Bürgermeister ohne weiteres.