Unter der Leitung von Landrat Christian Meißner tagte am Donnerstag der Jugendhilfeausschuss im großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Gleich mit dem Jahresbericht des Sachgebiets Jugend und Familie und der Vorstellung des Jugendhilfehaushalts 2019, die jeweils der Jugendamtsleiter Stefan Hahn vortrug, standen zu Anfang die wichtigsten Programmpunkte auf der Tagesordnung.

Zum 31. Dezember 2018 hätten sich 20 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige in stationären Einrichtungen befunden. Bei elf Jugendlichen habe ein sogenannter Eingliederungshilfebedarf bei bereits vorliegender oder drohender seelischer Behinderung bestanden, der stationär abzudecken war. Für diese stationären Maßnahmen seien im vergangenen Jahr Kosten von gut 1,3 Millionen Euro entstanden. Die Heimerziehungskosten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bezifferten sich darüber hinaus auf 1 180 500 Euro.

Im Jahr 2018 erhielten bis zu vier Mütter, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsentwicklung einer Unterstützung bei der Pflege und Erziehung des Kindes bedürfen, zusammen mit ihren Kindern eine Hilfe in einer Eltern-Kind-Einrichtung. 16 Kinder und Jugendliche seien durch eine Erziehungsbeistandschaft bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen unter Einbeziehung ihres sozialen Lebensumfeldes unterstützt und ihre Verselbstständigung gefördert worden. Die Sozialpädagogische Familienhilfe begleitete durch eine intensive Betreuung 13 Familien in ihren Erziehungsaufgaben.

Den Alltag bewältigen

Der Fokus liege hier bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und bei der Lösung von Konflikten und Krisen. Unter sonstige Maßnahmen fielen schließlich noch 26 Hilfefälle.

Erfreuliches gab es von der kommunalen Jugendarbeit zu berichten. Hervorzuheben seien hier besonders das umfangreiche Sommerferienprogramm, die mehrtägigen Ferienangebote, das Familienforscherspiel, das Spielmobil und die Beteiligung bei der Honorierung von besonderen Leistungen von Kindern und Jugendlichen. Stefan Hahn stellte dann den Haushaltsentwurf 2019 vor, der sich einschließlich der Verwaltungskosten von 1 350 900 Euro auf 7 500 800 Euro (Vorjahr 7 909 800 Euro) bezifferte.

Danach stand die Umbesetzung des Jugendhilfeausschusses auf dem Programm. Auf Vorschlag des Staatlichen Schulamtes wurde Stefanie Mayr-Leidnecker an Stelle von Tanja Groeschke als beratendes Mitglied und Karina Kräußlein-Leib als stellvertretendes beratendes Mitglied einstimmig bestellt.

Mit dem Diplom-Psychologen Albert Kempf, dem Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Kreiscaritasverbandes, verabschiedete schließlich der Landrat ein langjähriges beratendes Mitglied, für den der 28. Februar sein letzter Arbeitstag bei der Caritas war. Zum Abschied berichtete Albert Kempf noch kurz über seine Tätigkeit. So habe seine Beratungsstelle im vergangenen Jahr 590 Klientenfamilien mit 1483 Familienmitgliedern mit den unterschiedlichsten Problemen betreut.