alexandra kemnitzer

Am 7. Mai 1914 wurde Hilda Martha Kurz in Gröben, Kreis Weißenfels, geboren. Dort wuchs sie mit ihrem Bruder Walter auf. Seit über drei Jahren lebt sie im BRK-Haus für Betreuung und Pflege und ist damit die älteste Einwohnerin der Gemeinde Ebersdorf bei Coburg. Demnach hat die Jubilarin die beiden Weltkriege miterlebt und kann auf bewegende und einschneidende Ereignisse blicken. Gut erinnert sie sich an ihre Konfirmation, die mit einem feinen Essen für die Familie gefeiert wurde.
Als sie 1928 aus der Schule kam, half sie den Großeltern auf dem landwirtschaftlichen Anwesen und verdiente sich später mit unterschiedlichen Arbeiten ihren Lebensunterhalt. "Damals musste man sehen, dass man überhaupt Arbeit bekommt", erklärt die Seniorin, die über die schrecklichen Erlebnisse während des Zweiten Weltkrieges ein ganzes Buch schreiben könnte. Bevor der Krieg unendliches
Leid über die Menschen brachte, heiratete Hilda Kurz, geborene Jacob, 1936 ihren Mann Paul.
Als die Regionen rund um Dresden und Meisen vier Nächte lang bombardiert wurden, wurde die Familie von Hilda Kurz evakuiert. "Was da passiert ist, davon kann sich heute kein Mensch ein Bild machen", betont Hilda Kurz. Die Familie lebte dann in Gispersleben und zog anschließend nach Leipzig ins Bayerische Viertel. Dieses wurde 1943 zerbombt. Während ihr Mann sechs Jahre im Krieg war, kümmerte sie sich um die beiden Söhne Gerhard und Karlheinz und arbeitete erneut in der Landwirtschaft. 1956 kam die Familie nach Hassenberg, weil dort eine Tante von Hildas Mann wohnte. Als ihr Mann starb, zog Hilda Kurz 2001 zu ihrem ältesten Sohn Karlheinz. Nach dessen Tod 2015 kehrte sie in den Landkreis Coburg zurück, denn der Kontakt nach Hassenberg und Frohnlach war dank der Familien Kreutzer und Henning nie abgerissen.
Durch diese Freundschaft kam auch der Kontakt zu Erika Günzel aus Frohnlach zustande, die Hilda Kurz öfters im BRK-Haus für Betreuung und Pflege besucht. Auch wenn Hilda Kurz an Rheuma leidet, ihr die Knie schmerzen und sie einen Schlaganfall hatte, von dem sie sich jedoch gut erholt hat, ist sie zufrieden und stellt fest: "Man glaubt gar nicht, wie viel ein Mensch aushalten kann."