Muggendorf/Hausen —  Damit hatten die Metzgermeister Markus Wagner, Hausen, sowie Peter und Marc Wehrfritz aus Muggendorf nun wirklich nicht gerechnet: Beim achten Fränkischen Bratwurstgipfel in Pegnitz wurde Markus Wagner in der Kategorie "Kreativbratwurst" mit seiner "Spargelbratwurst im Schweinsbändel" Sieger unter den 14 teilnehmenden Metzgereien aus ganz Franken. Peter und Marc Wehrfritz belegten mit ihrer groben Bratwurst im Bändel in der Kategorie "Klassische Bratwurst" Platz zwei hinter dem Gesamtsieger Stephan Jamm von der Metzgerei Deininger aus dem unterfränkischen Markt Eimersheim.
Damit schnitten die Metzgermeister aus dem Landkreis Forchheim beim Bratwurstgipfel ganz hervorragend ab. Entsprechend groß ist natürlich die Freude bei den drei Metzgern der Forchheimer Metzgerinnung. Während Markus Wagner nach 2016, damals mit einer Chilibratwurst, das zweite Mal dabei war, traten Peter und Marc Wehrfritz als Neulinge beim Bratwurstgipfel an.


Vom heimischen Spargel inspiriert

"Im Spargelanbaugebiet um Hausen lag es für mich natürlich nahe, einmal eine Spargelbratwurst zu kreieren, bekannte Markus Wagner, der die vierte Generation der Hausener Metzgerei vertritt. Dass die Spargelbratwurst die meisten Punkte von den Juroren bekam, daran hätte er vorher jedoch nicht im Traum gedacht. Aber nun hat er die Spargelbratwurst fest in seinem Sortiment aufgenommen.
Wie eine normale grobe Bratwurst, besteht die Spargelbratwurst aus Brät. Allerdings mit klein gehacktem grünen Spargel, ähnlich wie gehackter Petersilie. Fünf bis sechs Probeläufe habe er schon gebraucht, bis die Rezeptur stand, bekennt Markus Wagner.
Nachdem er mehrfach experimentiert hatte, mussten Freunde und Bekannte die neu kreierte Spargelbratwurst immer wieder probieren und ein Feedback geben. So war es auch bei Peter und Marc Wehrfritz von der gleichnamigen Metzgerei aus Muggendorf, die mit einer Kürbisbratwurst antraten.
"Vier bis fünf Mal haben wir experimentiert und uns dann für einen fein geraspelten Kürbis entschieden", erzählt Peter Wehrfritz. Kürbis deshalb, weil Muggendorf wegen des weithin bekannten Kürbisfestes an Erntedank als "Kürbis-Hauptstadt" gilt. Das Problem bestand darin, im Frühjahr frische Kürbisse herzubekommen. Bei einem Obst- und Gemüsehändler der Hokkaido-Kürbisse importiert, wurden sie schließlich fündig.
Zweiter Sieger wurden Peter und Marc Wehrfritz dann allerdings nicht mit ihrer Kürbisbratwurst, sondern mit ihrer klassischen groben Bratwurst im Bändel. Und die Entscheidung dabei, auf den ersten Platz zu kommen, war denkbar knapp. Darüber freut sich Seniorchef Peter Wehrfritz fast noch mehr, denn das sind seine Bratwürste, die er immer anbietet. Einen besseren Qualitätsbeweis hätte er sich nicht wünschen können.


Attraktion für's Kürbisfest

Die Kürbisbratwürste vom Bratwurstgipfel wird es aber auf jeden Fall beim Kürbisfest in diesem Jahr in Muggendorf geben. Für die bevorstehende Fußballweltmeisterschaft haben die Muggendorfer Metzger bereits zwei neue Bratwurstsorten kreiert. Einmal eine "Stadionbratwurst", zum andern eine "Bierbratwurst". Die Stadionbratwurst ist etwas größer als die normale Bratwurst und besteht aus Kalb-, Rind- und Schweinefleisch. Mehr verrät Peter Wehrfritz nicht.
Wenn man so will, haben die beiden Metzgereien aus dem Landkreis Forchheim auch die Oberfrankenwertung beim Bratwurstgipfel gewonnen. Verdient ist bei dem Bratwurstgipfel allerdings nichts. "Da muss man noch Geld mitbringen", bedauern die drei Metzgermeister unisono, die insgesamt rund 1400 Bratwurstweckla verkauft haben.
Allerdings sei der Bratwurstgipfel es eine Superwerbung für das Metzgerhandwerk und die Innung, findet Peter Wehrfritz. Markus Wagner betont: "3,50 Euro für ein paar Kreativbratwürste in der Semmel, sind ein fairer Preis." Von Eierlikör oder Schokolade in der Bratwurst hält Markus Wagner nicht viel. Auch die gab es beim Bratwurstgipfel. "Man kann eine Bratwurst kreativ gestalten, sollte sie aber nicht verhunzen", so der Metzgermeister aus Hausen.
Ob beide Metzger auch beim nächsten Bratwurstgipfel wieder dabei sind, wird sich zeigen. "Wenn es terminlich geht, auf jeden Fall", sagt Marc Wehrfritz. Wenn aber die 150-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Hausen genau auf diesen Termin fällt, wird Feuerwehrmann Markus Wagner fehlen.