"Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut", mit diesem Zitat von Artur Schnitzler verabschiedete der Hallerndorfer Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) den langjährigen büroleitenden Beamten Hermann Seebauer in den Ruhestand.
Gebürtig aus Bamberg schloss Seebauer 1972 die Wirtschaftsschule ab, leistete seinen Grundwehrdienst und begann 1977 mit der Ausbildung zum Beamten im Gehobenen Dienst. Er traf den Hallerndorfer Kämmerer Alfons Reichelt, der ihn davon überzeugen konnte, dass die Gemeinde ein attraktiver Dienstort wäre, und begann seinen Dienst am 1. September 1978. Das war ein Freitag. Als Seebauer die Tür zur Gemeindeverwaltung in Hallerndorf öffnete, begrüßte ihn der damalige ehrenamtliche Bürgermeister Alois Hagen mit den Worten: "Am besten, du gehst gleich wieder heim, die Woche ist doch schon gelaufen." Fast vier Jahrzehnte war Hermann Seebauer in der Hallerndorfer Verwaltung, regelte vieles mit Fingerspitzengefühl und Sachverstand.
Er lernte die junge Edeltraud Bauer aus Hallerndorf kennen, sie heirateten und Seebauer kam somit den Geheimnissen der Hallerndorfer auf die Spur. Bis heute halten sie sich die Treue.
Als Mitarbeiter im Rathaus arbeitete Seebauer nicht nur dem heutigen Bürgermeister, sondern auch seinen beiden Vorgängern zu. In seiner Amtszeit als bayerischer Beamter kann er eine positive Bilanz ziehen, ist sich Bürgermeister Gunselmann sicher und wünschte ihm alles Gute: "Wenn dich die Sehnsucht plagt, steht dir die Tür zum Rathaus immer offen."
Hermann Seebauer dankte für die große Anerkennung. Er erinnerte sich an seine ersten Tage und Jahre im Hallerndorfer Rathaus. Damals wurden Texte auf mechanischen Schreibmaschinen verfasst und mit der Außenwelt war das Büro mit einem schwarzen Telefon mit Wählscheibe verbunden. Damals reichten inklusive ehrenamtlichem Bürgermeister vier Mitarbeiter für die Amtsgeschäfte aus, drei von ihnen arbeiteten in einem Raum gemeinsam. Zu dieser Zeit lebten 2800 Einwohner in der Gemeinde: "Jetzt sind es 4300", wies Seebauer auf die Entwicklung in den vergangenen 40 Jahren hin. Inzwischen sind im Rathaus neben dem hauptamtlichen Bürgermeister vier Voll- und fünf Teilzeitkräfte beschäftigt.
Er legte den Gemeinderäten und allen Hallerndorfern ans Herz, ihre Kulturlandschaft, das Vereinsleben und die Traditionen zu bewahren: "Sonst geht zu vieles verloren." Sobald sein letzter Arbeitstag Mitte März vorüber ist, will er mit seiner Frau Edeltraud Urlaub im Bayerischen Wald verbringen und die weitläufig verteilte Verwandtschaft besuchen.
Sylvia Hubele