"Wir können nicht alle zwei Jahre neu planen und von vorne anfangen. Wenn wir nun grundsätzlich mit dreizügigen Klassenstufen planen, dann ist das ein Planungsstopp", so Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) auf einen Antrag der Grünen-Fraktion zur Schulsanierung. Und diesen Stopp wolle er besonders im Hinblick auf die Fördermittel nicht riskieren, schob Nagel hinterher.

Die Grünen-Fraktion in Person von Monika Rosiwal-Meißner und Lutz Bräutigam wollte ihren Antrag hingegen auch gar nicht als Aufruf zu einem Planungsstopp verstanden wissen. "Wir wollen nichts stoppen, sondern es soll innerhalb der aktuellen Planungen die zukünftige Funktionsfähigkeit der Schule geprüft werden", erläuterte Bräutigam. Man vermisse eine echte Einbeziehung der Betroffenen vom Schulkollegium bis zum Förderverein "Pro Schule". Wenn die Grundschule so dimensioniert wird, wie aktuell geplant, gebe es keine Entwicklungsmöglichkeiten, besonders im Hinblick auf mögliche Reformen im Bildungswesen, wie verpflichtende Ganztagesschulen.

Die Grünen befürchten konkret, dass die Raumplanung nicht ausreichend ist, auch weil diese auf veralteten Zahlen basiere. "Am problematischsten sehen wir das Ziel, den Schulstandort in ein ,kommunales Zentrum' umzubauen, in dem neben einer immer größer werdenden Mittagsbetreuung unsere Musikschule und ein Bürgertreff untergebracht werden müssen", so Rosiwal-Meißner. In ihrem Antrag forderten die Grünen daher eine Sondersitzung des Gemeinderats zur Schulentwicklung, in der alle Betroffenen ihre Positionen darstellen können.

Dieses Vorhaben stieß im Gemeinderat auf wenig Resonanz. Neben Nagel äußerten sich auch der Dritte Bürgermeister Reimer Hamm sowie die Gemeinderäte Gerhard Kerschbaum und Georg Bögelein (alle CSU) ablehnend. "Das Schlimmste bei Bauvorhaben ist, einen bestehenden Plan zu ändern", gab Hamm zu bedenken. Im Gegensatz zu den Grünen sieht er genügend Flexibilität in der derzeitigen Raumplanung gegeben.

Die einzige Unterstützung für die Grünen gab es durch die Freien Wähler in Person von Thomas Koch. "Nicht nur die Grünen haben Bauchschmerzen bei der Schulsanierung", gab Koch zu. Auch er kritisierte die fehlende Transparenz und vermisst Informationen zur Flexibilität der aktuellen Raumplanung.

Bürgermeister Nagel verwies abschließend in seiner Stellungnahme darauf, dass er bei den Planungen an die offiziellen Schülerprognosen gebunden sei und auch nicht spekulativ mit möglichen Bildungsreformen planen wolle. Zusätzliche Räume über den vom Schulamt gewährten Flächenbedarf können gebaut werden, diese müssten aber vollständig von der Gemeinde finanziert werden.

Letztendlich setzte sich die CSU-Mehrheit im Gremium durch und der Grünen-Antrag wurde mit zehn zu fünf Stimmen abgelehnt. Nagel bot aber eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der Schule an. Die zahlreich erschienen Gäste, darunter viele Schulangestellte, schienen von dieser Lösung nicht gänzlich überzeugt. Sie hätten sich sicher eine umfassendere Diskussion gewünscht.

Container werden gekauft

Nach diesen grundsätzlichen Fragen befasste sich der Gemeinderat auch noch ganz konkret mit der Schulsanierung. Um diese durchzuführen, ist unter anderem die Auslagerung von Klassenräumen in Container notwendig. Hier entschied sich der Gemeinderat einstimmig dafür, die benötigten Container für circa 120 000 Euro komplett zu kaufen, statt - wie ursprünglich geplant - zu mieten. Bei Abwägung aller Kosten sei der Kauf preislich ähnlich zu veranschlagen wie eine Anmietung. "Wir sind dann auch bei der Planung der Bauarbeiten flexibler", sieht Bürgermeister Nagel einen weiteren Vorteil.

Eine Container-Lösung zeichnet sich ebenfalls bei den Plänen zur Ausweitung der Mittagsbetreuung ab. Hier ist eine naturnahe Gruppe, ähnlich einem Waldkindergarten, geplant. Zur Umsetzung dieses Konzepts sieht das Personal Vorteile in einer geräumigeren Container-Lösung, da sich die Kinder dort besser umziehen könnten. Der Gemeinderat folgte einstimmig diesem Wunsch und brachte eine entsprechende Ausschreibung auf den Weg. Ursprünglich angedachte "Schäferwagen" kommen somit nicht mehr infrage.

Im Außenbereich stehen dabei noch weitere Maßnahmen an. Während im südlichen Teil des ehemaligen Sportplatzes das Gelände für die neue "Naturgruppe" entstehen soll, bleibt der nördliche Teil als Kleinfeld bestehen. Eine sogenannte 250 Meter lange Finnenbahn, eine Laufbahn mit weichem Belag aus Holzschnitzeln, soll dort ebenfalls entstehen.

In der Nordost-Ecke des Außenbereichs startet im Frühjahr zudem das von der AOK Bayern geförderte Projekt der "Gemüse-Ackerdemie". Ingesamt rechnet die Gemeinde für die Umgestaltung mit Kosten von circa 100 000 Euro.