von unserem Redaktionsmitglied 
Marco MeiSSner

Kronach — Am Freitagvormittag war schon zu spüren, dass sich die Lage im Schullandheim Kronach etwas entspannt hatte. Zwar liefen immer noch Rettungskräfte in futuristisch wirkender Schutzkleidung zwischen dem Gebäude sowie den ständig ein- und ausfahrenden Rettungswagen hin und her, doch schien die größte Angst gebannt zu sein. Seit dem Vorabend mussten circa 25 Schüler aus Berlin, Erzieher und Mitarbeiter des Schullandheims in die Kliniken der Region gebracht werden, weil sie über Erbrechen, Unwohlsein und Kopfschmerzen geklagt hatten. Nach ersten Untersuchungen besteht der Verdacht, dass eine Infektion mit Noroviren der Auslöser ist.

"Nichts Kritisches"

"Die Nacht war anstrengend", stellte BRK-Rettungsdienstleiter Martin Schmidt fest. Die stundenlange medizinische Betreuung und die nicht abreißenden Transportfahrten seit dem Donnerstagabend hatten ihre Spuren bei den Helfern hinterlassen. Trotzdem sind auch viele Ehrenamtliche an der Hammermühle geblieben, so wie die Kronacher Bereitschaftsleiterin Thea Biesenecker. "Man merkt ab und zu ein kleines Tief. Dann setzt man sich fünf Minuten hin und macht wieder weiter, weil jede Hand gebraucht wird", sagte sie. "Und wenn man die Kinder sieht, dann macht man das auch gerne."
Herbert Eisentraudt und David Müller vom Landratsamt atmeten bei einer ersten Zwischenbilanz zur Situation der Patienten auf, "dass nichts Kritisches dabei ist". Die beiden Notärzte Matthias Weber und Hubertus Franz hätten mit den Hilfsdiensten die medizinische Versorgung gewährleistet. Außerdem habe die Caritas die Betreuung der nicht erkrankten Schüler unbürokratisch übernommen, lobten die Behördenvertreter die Unterstützung.