Kronach —  Es war der letzte Tag im vergangenen Jahr, als Achim Durynek bei der Silvester-Gala in der Christuskirche zwei bemerkenswerte Kurzgeschichten aus eigener Feder vorlas: "Kronacher Krippenkinder" und "Fuck you". Der Hobby-Autor erhielt hierfür zahlreiche positive Rückmeldungen; viele der Anwesenden suchten auch das Gespräch mit ihm. Dadurch noch zusätzlich bestärkt, brachte der Kronacher nun seinen ersten - 260 Seiten starken - Band mit Texten und Bildern heraus: ein Wunsch, der schon rund 40 Jahre in ihm schlummerte.

"Es war jetzt einfach an der Zeit und ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe", sagt Achim Durynek, Jahrgang 1963, der - im westfälischen Münster geboren - mittlerweile in Kronach lebt. Gerne erinnert er sich an seine erste Lesung vor nunmehr fast einem Jahr vor circa 160 Zuhörern in der Kronacher Christuskirche zurück. Für seine "Krippenkinder" ließ er sich vom Diebstahl des Jesuskindes auf dem Kronacher Weihnachtsmarkt 2017 inspirieren; er spann jedoch die Geschichte weiter bis ins Jahr 2024.

In "Fuck you" geht es um einen Flüchtlingsjungen, der den Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag in Kronach besucht. Dort sorgt jedoch seine von ihm - ahnungslos - billig erworbene Kleidung mit vulgären Schriftzügen sowie Totenkopf-Abbildungen für Empörung bei den Gottesdienstbesuchern. Als er seine Kleidung daraufhin auszieht, erkennen diese die Misshandlungen an seinem Körper.

Negatives kehrt sich um

Beide Geschichten haben eines gemein: Negatives wendet sich zum Positiven, bewirkt etwas Gutes - eine Umkehrung, die sich in seinen phantasie- und geheimnisvollen, heiteren und nachdenkliche Episoden aus Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft immer wieder findet.

Neben netten Alltags-Geschichten, über die man einfach schmunzeln muss, nehmen insbesondere gesellschaftskritische Themen einen weiten Raum ein. Texte, mit denen Achim Durynek - gerade auch in seinen sehr persönlichen Gedichten - sein Innerstes nach außen kehrt und die ihn, wie er einräumt, auch "angreifbar" machen: "Gib mir das Buch - und ich weiß, wie du denkst!"

In seinen Geschichten, in denen er häufig von einem Extrem ins andere kommt, positioniert er sich in seinem Denken zwar klar, lässt aber zugleich dem Leser viel Raum, sich seine eigenen Gedanken zu machen, regt zum Nachdenken an - erklärtes Ziel von Achim Durynek. Hierzu zählt auch, dass die Titel seiner Erzählungen teilweise irreführend sind und der Leser deswegen eventuell zunächst eine andere Erwartungshaltung an die Geschichten hat. Erst wenn er sich auf den Text einlässt, erkennt er, dass der Inhalt vielleicht ein anderer ist als ursprünglich vermutet. Seine Philosophie: "Lasst euch ohne Vorurteile, Mutmaßungen, Medienkritiken oder Gewohntes auf das Neue ein und entscheidet erst, nachdem ihr euch selbst vom Wesen und Inhalt des Textes überzeugt habt!"

Mit seinem ersten, mit eigenen Zeichnungen illustrierten Buch ist der Hobby-Autor und -Maler sehr zufrieden. Es sei ein schönes Gefühl, sein eigenes Werk in Händen zu halten, seinen Namen auf dem markanten orangefarbenen Einband des Hardcovers zu lesen. "Wir bekommen alle gewisse Fähigkeiten mit - Geschenke, die man auch nutzen sollte", ist er überzeugt. Sein nächstes Buch ist bereits in Arbeit und soll im Oktober 2020 erscheinen.

"Unterm orangenen Baum" hat keine ISBN-Nummer. Die Bücher können zum Preis von 18 Euro bei der Buchhandlung LeseZeichen, in der Weka, im Kronacher Kunstverein und bei Caerobics Fitness, in Kulmbach bei der Buchhandlung Friedrich sowie bei Achim Durynek selbst erworben werden. Seine nächste öffentliche Lesung findet erneut bei der Silvester-Gala statt, wo er das Programm mit einigen Geschichten bereichern wird.