Heinz Hofmann vom TSV Gräfenberg ist nicht nur im Fußballkreis ER/PEG bekannt wie ein bunter Hund, sondern trumpft seit langem auch beim "Reizen und Stechen" an den Kartler-Tischen im Landkreis auf. Der 1949 geborene Tausendsassa, der nicht nur auf eine bewegte Laufbahn als ehemaliger Fußballer, Trainer und Referee mit über 2000 geleiteten Spielen zurückblickt und noch immer pfeift ("Meine 50 Jahre als Schiri mach ich noch voll"), hat sich inzwischen auch in der fränkischen Skat-Szene einen Namen gemacht.
Für die kürzlich im Bremer Maritim-Hotel abgelaufenen 62. deutschen Meisterschaften qualifizierte sich Hofmann keineswegs überraschend. Der für den Forchheimer Skatclub "Die Forellen" startende 67-Jährige wird in der Skat-Weltrangliste auf Platz 2663 mit 99,95 Punkten geführt, obwohl sein letzter Start bei einem Weltranglisten-Turnier bereits zwei Jahre zurückliegt. Nun kehrte Hofmann als Dritter bei den Einzelmeisterschaften der Senioren Ü60 des DSKV (Deutscher Skatverband) mit einem stattlichen Pokal zurück.
Im Vorjahr in Radebeul nahe Dresden stand Hofmann sogar ganz oben bei den Senioren auf dem Siegertreppchen, wie er nicht ohne Stolz zurückblickt: "Unter 646 Teilnehmern kam ich im Gesamtklassement am Ende zudem auf den fünften Rang. Seit ich 1968 mit dem Skatspielen begann, war dies einer meiner größten Erfolge, außerdem kam ich mit den Jahren durch das Skatspielen viel herum. Mich hat dieser Sport seit meiner Jugend nicht mehr losgelassen, es ist ein schöner Ausgleich zum Alltag." 2016 wurde "Skat spielen" außerdem in das "Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes" der "Deutschen UNESCO-Kommission e.V." aufgenommen.
Ute Modrow, Pressereferentin des Verbandes, gibt einen kurzen Einblick ins Regelwerk der deutschen Meisterschaften: "Die Einzelmeisterschaften werden jährlich durchgeführt. Es nehmen die Qualifizierten aus den Vorrunden der Verbandsgruppen sowie der Zwischenrunden in den 13. Landesverbänden teil."
In vier Kategorien treten Junioren (bis 21 Jahre), Damen, Herren und Senioren (Damen und Herren ab 60 Jahren) an. In den Endrunden dezimiert sich das Teilnehmerfeld auf 48 Junioren, auf 60 Damen, auf 252 Herren und auf 100 Senioren. An zwei Endrundentagen werden acht Serien mit je 48 Spielen nach der "Internationalen Skatordnung" gespielt. Die Skat-Funktionärin zeigt großen Respekt für die Qualifikanten: "Es ist schon eine immense Leistung, sich für eine Endrunde zu qualifizieren und erfordert einiges an Skatwissen und natürlich das berühmte Quäntchen Glück. Aber ohne Konzentration, Rechnen und Denken geht es auch beim Skat nicht."
Die "Karterei" scheint Hofmann sogar so weit gepackt zu haben, dass er seit Jahren bereits - in unterschiedlichen Turnierformen - gelegentlich für zwei Skat-Vereine aufläuft: "Mein Stammverein ist der 1. Skatclub Gräfenberg 77, den ich 15 Jahre lang als Vorsitzender führte, nachdem ich mit 19 Jahren zu spielen begonnen hatte. Gleichzeitig bin ich beim Forchheimer Skatverein ,Die Forellen' organisiert, für die ich in Bremen an den Start ging."


Interessierte sind willkommen

Übrigens: Die Mitglieder und Freunde von "Die Forellen" treffen sich jeden Freitag ab 18.30 Uhr in der Brauerei-Gaststätte Eichhorn in der Bamberger Straße. Das Motto der Forellen lautet: "Wir freuen uns immer über nette Gäste". Ansprechpartner ist Johann Kröner unter Telefon 09191/ 3998.