Beim zweiten Liederabend der Spielzeit "Heilige, Heuchler und Huren" am Samstag, 2. Februar, um 20 Uhr in der Reithalle wird der Bogen von ausgewählten Liedern Kurt Weills (1900-1950), der sich von den modernen Stilrichtungen seiner Zeit wie Jazz und Pop inspirieren ließ, bis in die Gegenwart gespannt: zu Chansons mit Texten von François Villon sowie eine Uraufführung von Ringelnatz-Liedern von Paul Willot-Förster. Der Kapellmeister und Solorepetitor am Landestheater ist unter anderem zweifacher Preisträger des Bundeswettbewerbes Komposition.

Paul Willot-Förster ließ sich von Texten Joachim Ringelnatz` und François Villons inspirieren, deren Schilderungen und Lebensanschauungen teilweise drastisch, aber zugleich zutiefst menschlich und zeitlos sind. Über seine Textauswahl sagt der junge Komponist: "Joachim Ringelnatz ist ein Künstler, von dem man nur die Spitze des Eisbergs, also vor allem seine humoristischen Nonsense-Gedichte, kennt. Für mich ist Ringelnatz wie ein Gedankenverwandter, der sehr hintergründige und tiefsinnige Gedanken in Form von selbstironischen und teilweise drastischen Texten verarbeitet."

François Villon zählt zu den bedeutendsten Dichtern des französischen Spätmittelalters und verarbeitet in seinen Texten die Erlebnisse seines abenteuerlichen Lebens als Scholar, Vagant und Krimineller. Dieses stetige Leben auf der Wanderschaft, die Flucht vor sich selbst und anderen, die kritischen aber trotzdem liebevollen Beobachtungen verbinde Ringelnatz und Villon, so Willot-Förster.

Der Liederabend wird gestaltet von den Sängern Rannveig Káradóttir (Sopran), Francesca Paratore (Sopran), Kora Pavelic (Mezzosopran) und Martin Trepl (Bariton), Paul Willot-Förster am Klavier und Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters unter dem Dirigat von Roland Fister. ct