Zwei Wochen vor dem Palmsonntag wird in Knellendorf nach alter Überlieferung das Hefa-Tuotla "nausgetroung". Schon morgens um 5.30 Uhr trafen sich die Kinder und zogen mit einer Strohpuppe, die das Böse, Dunkle, die Winterzeit symbolisiert, durchs Dorf. Mit dem Ruf: "Houch auf, houch auf, troung mes Hefa-Tuotla naus. Häiit mes nier nausgetroung, wä des ganze Knellendorf verlorn".

Rechtzeitig vor dem 6-Uhrläuten wurde die Strohpuppe am Ortsrand verbrannt. "Knellendorf ist wieder für ein Jahr vom Bösen beschützt". Um 9 Uhr trafen sich die Kinder wieder und gingen von Haus zu Haus, um ihren gerechten Lohn zu fordern. Zum Brauch gehört auch dies: Die Kinder sammeln für das Mittagessen mit "Backes". Mit dem Ruf: "Eierla, Dreierla, Butterla, Mehl, Salz, Schmolz, Milich und Geld" klingeln sie an jeder Tür. Die "Backes" wurden wieder von der Frauengruppe im Sportheim gebacken. Allen schmeckten die leckeren Pfannkuchen. Die Kinder zählten ihr erhaltenes Geld und teilten es gerecht auf. Der Brauch hat wahrscheinlich im Mittelalter, nach einer Pestepidemie, seinen Ursprung. Knellendorf kann 2023 sein 700-jähriges Bestehen feiern. red