von unserem Redaktionsmitglied 
Alexander hartmann

Neudrossenfeld/Harsdorf — Für die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär, ist es "meine Haus- und Hofstrecke nach Hof und Berlin". Und so sprach die CSU-Politikerin, deren Bundestagswahlkreis das Gebiet Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld umfasst, auch von einem für sie bedeutenden Projekt, als sie gestern bei der Freigabe der rund erneuerten A 70 das obligatorische Band durchschnitt.
Die Zeremonie fand nicht wie bei solchen Anlässen üblich auf, sondern neben der Autobahn statt. Diese war nämlich bereits am Donnerstag für den Verkehr freigegeben worden. Nach fast zwei Jahren Bauzeit, in denen der 7,6 Kilometer lange Teilabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach und der Anschlussstelle bei Neudrossenfeld für 52 Millionen Euro erneuert worden war.

Die Projektdaten

Die Projektdaten sind beeindruckend: Die Fahrbahnen wurde erneuert, verbreitert und mit einem Standstreifen versehen. Zwölf Brücken wurden gebaut. Für die ordnungsgemäße Entwässerung wurde mit dem Bau von vier Regenrückhalte- und Absatzbecken gesorgt. Lärmschutz wurde bei Harsdorf, Waldau und Oberbrücklein auf 2025 Metern Länge und mit bis zu vier Metern Höhe geschaffen. Und nicht zuletzt wurde am Harsdorfer Berg die Längsneigung auf 5,8 Prozent verringert.
Die Runderneuerung sei für den ganzen nordbayerischen Raum ein enorm wichtiges Projekt gewesen. Sie habe die A 70 als wichtige Ost-West-Verbindung gestärkt, sagte Bär. Die Wirtschaft, alle Verkehrsteilnehmer, aber auch die Anwohner, die einen verbesserten Lärmschutz erhalten hätten, würden profitieren.

Die nächsten Projekte

Wie die Staatssekretärin ausführte, sind bereits weitere Maßnahmen in Planung. So stünden Sanierungen zwischen Neudrossenfeld und Thurnau sowie bei Würgau an. "Wir halten an unserem Ziel fest: Erhalt vor Neubau", stellte Bär fest.
Dass die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss nun deutlich verbessert seien, betonte der Leiter der Abteilung Straßen- und Brückenbau der Obersten Baubehörde im Bayerischen Verkehrsministerium, Karl Wiebel, vor den vielen Gästen, die zum Festakt gekommen waren.

Bürgermeister ist zufrieden

Unter diesen war auch der Harsdorfer Bürgermeister Günther Hübner, dessen Gemeinde von der Baumaßnahme betroffen war. Das Projekt sei aus Harsdorfer Sicht zufriedenstellend verlaufen, sagte Hübner. So seien die Lärmschutzvorgaben umgesetzt worden. "Mehr war aufgrund der Gesetzesvorgaben nicht möglich." Harsdorf habe auch profitiert, weil ein Hochwasserschutz geschaffen worden sei, den die Gemeinde ohne die Runderneuerung der A70 finanziell alleine nicht hätte bewerkstelligen können. Dass man auch aus Neudrossenfelder Sicht mit dem Ergebnis zufrieden sein könne, erklärte der dortige Verwaltungsleiter Rainer Schimpf.
Den kirchlichen Segen erteilten bei dem Festakt an der Autobahn Dekan Hans Roppelt und der Neudrossenfelder Pfarrer Elmar Croner.