Im Gemeinderat Hirschaid nicht unumstritten war die Gewährung eines Zuschusses der Marktgemeinde zur Renovierung der Pfarrkirche St. Vitus. Schließlich wurde mit 12:6 Stimmen eine Zuwendung von 379 000 Euro bewilligt, die in zwei Jahresraten ausgezahlt werden soll. Das entspricht 15 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 2,53 Millionen Euro. Davon trägt das Erzbistum Bamberg aus dem Kirchensteueraufkommen 65 Prozent oder 1,65 Millionen Euro. Den Rest, 885 500 Euro, muss die örtliche Kirchengemeinde aufbringen.

Wie bei Sanierungsmaßnahmen an Gotteshäusern üblich, wandte sich die Kirchenstiftung mit der Bitte um Unterstützung an die politische Gemeinde. Im Markt Hirschaid werden in der Regel 20 Prozent Zuschuss gewährt.

Die Kirchenstiftung St. Vitus beschränkte ihren Antrag allerdings mit Rücksicht auf die angespannte Finanzlage der Marktgemeinde freiwillig auf 15 Prozent. Die Bedeutung von St. Vitus als herausragendes Baudenkmal stand im Marktgemeinderat nicht zur Diskussion.

Dies Sitzung wurde allerdings auf merkwürdige Weise eröffnet, indem der SPD-Rat Josef Haas mit Bezug auf Äußerungen einer FW-Gemeinderätin bei der Vorbehandlung im Haupt- und Verwaltungsausschuss zu dem heute auf vielen Ebenen gängigen Kirchenbashing überging. Neben dem Hinweis auf den Reichtum der katholischen Kirche monierte Haas, dass sich die Kirchengemeinde aus gemeinnützigen, karitativen Aufgaben des Marktes heraushalte, unter anderem in der Betreuung der Asylbewerber. Einzelne gleichwohl engagierte Pfarrangehörige nahm er dabei aus.

Romana Gensel von der Wählergemeinschaft Regnitzau widersprach und warnte vor Verallgemeinerungen. Bevor der Diskurs über Weltanschauungen ins Rollen kam, rief Kurt Barthelmes, ebenfalls WG Regnitz-au, zur Besinnung: Es gehe hier nur um die Förderung des Denkmalschutzes und die kulturgeschichtliche Bedeutung der Pfarrkirche. Mathilde Bergmann von der Liste der Frauen nahm diesen Aspekt zum Anlass eines Änderungsantrags: 20 Prozent der Sanierungskosten solle die politische der kirchlichen Gemeinde erstatten, schlug die religiös engagierte Gemeinderätin vor. Ihr Antrag wurde dann allerdings mit 5:13 Stimmen abgelehnt.

Am Rande erwähnte Bürgermeister Klaus Homann (CSU), dass sich die katholische Kirche umgekehrt mit 20 Prozent an den Sanierungskosten von Kirchen beteilige, die irgendwann in den Besitz der Marktgemeinde übergegangen sind. Ist es da nicht gut für Hirschaid, dass St. Vitus bei der Säkularisation ausgeklammert worden ist?