Gemeinsam mit dem neuen Dekan des Dekanates Lichtenfels, Lars Rebhan, gingen zahlreiche Mitglieder des KAB Kreisverbandes Lichtenfels/Kulmbach im Pfarrzentrum St. Hedwig in Kulmbach der Frage nach: "Hat der Mensch eine unsterbliche Seele?"
Der Katechismus lehrt die Katholiken, diese Frage mit "Ja" zu beantworten. Deshalb begab sich der Referent auf die Suche nach Antworten im Alten und Neuen Testament, um zu entdecken, dass das biblische Menschenbild ausdrückt, dass der Mensch keine Seele hat, aber Seele ist.
Ausgehend von den Texten des Alten Testamentes ist in der damaligen Sprache immer wieder von "näfäsch" die Rede. Das Wort, das man für die Anfangsbeschreibung des Begriffes Seele hält. Wörtlich übersetzt heiß "näfäsch" Kehle. Es beschreibt Bedürfnisse, Empfindungen, Lebenskraft und Individualität. Dazu brachte Rebhan Texte und Beispiele aus dem Alten Testament und den Psalmen, wie aus Exodus 23,9: "Ihr kennt die näfäsch des Fremden, weil ihr Fremde in Ägypten ward." Hier werden seelische Zustände und Bedürfnisse beschrieben, oder in den Psalmen wie Psalm 6,5: "Rette meine näfäsch, hilf mir."
Nach diesen Erklärungen stelle sich die Frage, so Rebhan, ob die Übersetzung von "näfäsch" mit Seele falsch sei. Ja und Nein, stellte er fest. Wenn man unter Seele eine vom Körper ablösbare oder vielleicht sogar im Gegensatz zum Körper stehende und auch noch unsterbliche Dimension des Menschen meine , dann denke er, sei die Übersetzung falsch und so im Alten Testament nicht gemeint. Verstehe man aber den Begriff so, wie beschrieben wird, was eine Person ausmacht und ihn zu einem einmaligen Wesen macht, dann sei die Übersetzung zutreffend. In unserer Sprache nennen wir oft einen Menschen "eine gute Seele".
Später gehen die Vorstellungen und Deutungen des Begriffes Seele mit dem Wort "Psyche" einher, das sich im neuen Testament über 100 Mal findet. Als gutes Beispiel nannte der Referent das Magnifikat, den Lobpreis Mariens: "Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter."
Bei aller Schwierigkeit um die Erklärung des Begriffes Seele, die den ganzen Menschen meint, überwiegt die Hoffnung auf die göttliche Gerechtigkeit. In diesem Zusammenhang stehen auch die biblischen Texte von Tod und Auferstehung, wie aus dem Buch der Weisheit 3,1-3, das oft in den Kirchen an Allerseelen gelesen wird. "Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung, sie aber sind in Frieden."


Ein schwieriges Thema

Ein schwieriges Thema hatten die Verantwortlichen des KAB Kreisverbandes Dekan Lars Rebhan für den jährlichen Besinnungstag aufgegeben, das dieser bestens recherchiert und verständlich dargestellt hat, stellte der Präses des Kreisverbandes, Diakon Herbert Meyer, bei seinen Dankesworten fest, dem die Teilnehmer des Besinnungsnachmittages voll und ganz zustimmten. red