Anna-Lena Deuerling

Eric Frenzel, Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer: die Namen dieser deutschen Athleten sind in aller Munde. Der Nordische Kombinierer und die Biathleten haben es in Südkorea aufs Treppchen geschafft. Deutschland sieht bei Olympia Gold, und so haben Wintersportfreunde zumindest vor dem Fernseher packende Momente im Schnee erleben können - im Landkreis Kronach war ihnen das in dieser Saison nur an wenigen Tagen gegönnt.
In Ludwigsstadt waren es nicht nur wenige Tage, sondern genau genommen kein einziger Tag, an dem die Lifte gelaufen sind. Geschäftsführer Gerhard Rentsch hat für die auslaufende Saison kaum noch Hoffnung auf Liftbetrieb. Mit einer so schlechten Bilanz habe man nicht gerechnet, im Vorjahr habe man immerhin an 28 Tagen Betrieb gehabt. "Jetzt geht's ans Eingemachte", erklärt Rentsch - denn die Kosten liefen natürlich weiter. Rund 15 000 Euro müssen pro Saison für Instandhaltung, Versicherung und TÜV aufgebracht werden. "Weitergehen wird es auf jeden Fall."


Rückblick auf kargen Winter

"Man muss sich schon fragen, ob es sich in Zukunft noch lohnt", sinniert hingegen Wolfgang Weber über das Schicksal des Skisports in Nordhalben. In der kargen Wintersaison 2017/2018 zählt er nur drei Tage mit Liftbetrieb. Die Fixkosten blieben natürlich gleich. "Ohne den Idealismus der ehrenamtlichen Mitarbeiter könnten wir den Lift gar nicht betreiben."
Der gleiche Tenor kommt aus Tettau. "Es gibt eben noch einige Idealisten, die den Aufwand betreiben, um Wintersport für die Bevölkerung zu ermöglichen." Dabei kann Peter Gerold eine durchaus positivere Bilanz ziehen: Im Tettauer Skigebiet wurde seit dem ersten Dezemberwochenende bis Silvester durchgefahren. Der Januar war mit vier Tagen mager, aber seit dem 15. Februar läuft der Lift wieder. Auch wenn die Fixkosten gedeckt seien, sei es nicht ganz einfach, den Wintersport mit Liftbetrieb am Leben zu halten. "Aber wir tun unser Möglichstes, um dem Wintersport im oberen Frankenwald Rechnung zu tragen."
In Windheim blickt Ingbert Weigelt auf eine bisher schlechte Saison. Schnee sei zwar gefallen, aber die schlechten Bodenverhältnisse am Hang machten den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. Gerade mal zwei Tage im Dezember und zwei im Januar lief der Lift. "Da kommen nicht mal die Kosten für TÜV und Versicherung rein." Selbst wenn es in den kommenden Wochen noch einmal richtig weiß wird, sagt Weigelt aus Erfahrung: "Im Februar ist es vorbei."


Hoffnung in Haßlach

Mehr Hoffnung hat Theo Schmidt für den Skisport-Nachwuchs in Haßlach. "Da kommt schon noch mal was, bisher ist es nie ganz ausgeblieben." Während letztes Jahr über 80 Kinder ihren Skikurs auf der Piste absolviert haben, war in diesem Jahr einfach zu wenig Schnee da, nur wenige Kinder konnten ihre ersten Versuche in Schneepflug und Co. wagen. In den Faschingsferien konnten zwar die "üblichen Verdächtigen" einige Abfahrten genießen, rentiert habe sich das allerdings nicht.
Halbwegs zufrieden ist Roland Schmidt, der den Überblick über die Situation am Skilift in Langenau hat. "Es hätte natürlich besser laufen können", sagt er. Aber die Fixkosten seien gedeckt. "Wir schaffen das", sagt er zuversichtlich - auch wenn immer wieder Stimmen prognostizieren, dass sich der Liftbetrieb nicht mehr lange lohnen kann. An elf Tagen war die Anlage seit Dezember in Betrieb, auch in dieser Woche soll Mittwochabend mit Flutlicht und am Wochenende geöffnet werden.