Auf überwältigend gute Resonanz stieß die öffentliche Informationsveranstaltung unter dem Motto "Jetzt red i!". Dazu hatte der CSU-Ortsverband Höfles-Vogtendorf in das Gasthaus Wich in Höfles eingeladen. Mit dem Baugebiet "Sandäcker" und dem geplanten Gehsteig in Vogtendorf standen vieldiskutierte Themen auf der Tagesordnung.

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann ging auf die aktuelle Stadtpolitik ein und führte aus, dass sich die finanziellen Spielräume deutlich verbessert hätten. Wichtigste Maßnahmen seien Wohnungsbau, Straßensanierung sowie Pflege und Ausbau der Infrastruktur. "Der Erhalt der Wasserversorgung aus stadteigenen Tiefbrunnen ist mir ein großes Anliegen", betonte sie. Die städtischen Hochbaumaßnahmen lägen im Zeit- und Finanzrahmen.

Der Landkreis plane einen Gehweg durch den gesamten Stadtteil Vogtendorf, berichtete sie. Dies diene der Sicherheit und Lebensqualität vor Ort. Ebenfalls in Vogtendorf plane die Stadt das Baugebiet "Sandäcker", das zwischen Vogtendorf und der Siedlung von Vogtendorf in Richtung Höfles liegt.

Ortssprecherin Claudia Wellach referierte sehr ausführlich und sachlich über die chronologische Entwicklung des Baugebietes "Sandäcker". Hier sollen auf einer kleinen Fläche 19 neue Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen.

Dazu gab es viel Kritik von den Anwesenden. Verwundert war man, dass seitens der Stadt Kronach keine Alternativplanung erfolgt sei. "Warum nimmt die Stadt Kronach nicht mehr Einfluss auf das Baugebiet?", wurde gefragt. Man habe den Eindruck, dass hier mehr Rücksicht auf die Interessen des Investors als auf die Anliegen der Vogtendorfer Bürger genommen werde.

Durch das neue Baugebiet entstünden auf der Ortsverbindungsstraße beispielsweise neun zusätzliche Einfahrten. Durch eine Ringstraße im Neubaugebiet hätte dies verhindert werden können. Die Forderung der Vogtendorfer, zusätzlich benötigte Parkplätze, zum Beispiel für Pflegedienst, Besucherverkehr usw., auf der städtischen Fläche gegenüber dem Baugebiet zu schaffen, sei nicht erfüllt worden. Stattdessen werde dieser städtische Grund für das Regenrückhaltebecken mit Einzäunung verwendet. So müssten nun "verkehrsberuhigte" Längsparkbuchten auf die Alte Heeresstraße verlegt werden.

"Zufahrt äußerst problematisch"

Für viele Bürger ist die Zufahrt zum Neubaugebiet äußerst problematisch, denn in Vogtendorf gebe es eine extreme Engstelle und die marode Brücke über die Rodach in Höfles sei für schwere Baufahrzeuge nicht tragfähig genug.

Einen geforderten kleinen Spielplatz in dem Baugebiet gebe es auch nicht; dafür solle im Wendehammer ein Baum gepflanzt werden, vor dem dann eine Bank steht. Die offizielle Bezeichnung dafür laute "Wohnhof".

Einer weiteren Forderung der Anlieger, anstatt des offenen Entwässerungsgrabens, dessen Wartung den Grundstückseigentümern auferlegt werde, eine Drainage zu legen, sei ebenfalls nicht nachgekommen worden.

Die im geplanten Baugebiet verlaufende Wasserleitung solle in die Ortsverbindungsstraße verlegt werden. Jetzige Anwohner in der Heeresstraße befürchten, dass sie deutliche Mehrkosten haben und nochmals für ihren Wasseranschluss zahlen sollen. Es wurde gefragt, warum die Kosten der Verlegung der Wasserleitung, die nur wegen des neuen Baugebietes erfolge, nicht vom Investor getragen werden.

Stadträtin Carin Bülling und Ortssprecherin Claudia Wellach verwiesen auf die von ihnen abgehaltenen Informationsveranstaltungen und stellten fest, dass die vorgebrachten Einwendungen der Anwesenden weitgehend unberücksichtigt geblieben seien. Unverständlich sei es auch für viele Vogtendorfer, dass ihre schriftlichen Einwendungen und Bedenken gegenüber dem Baugebiet "Sandäcker" von der Stadt Kronach nicht beantwortet worden seien, obwohl es doch überwiegend Themen gewesen seien, die in der Planungshoheit der Stadt Kronach liegen.

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann ging auch auf den geplanten Gehsteig in Vogtendorf ein. Die Verhandlungen seien im Gange. Hier war man der Meinung, dass der geplante Gehweg so breit werden sollte, dass er als kombinierter Geh- und Radweg genutzt werden kann.

Einstimmig befürworteten die Anwesenden, ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern innerhalb der Ortsdurchfahrt einzuführen. Eine Vogtendorferin erachtete es als sinnvoll, sich um eine Dorferneuerung zu bewerben, da vieles in diesem Stadtteil im Umbruch sei und deshalb ein Gesamtkonzept erarbeitet werden sollte.

Mehrere Anwesende äußerten ihren Unmut darüber, dass sie bis heute keinerlei Antworten von der Stadt auf ihre Anfragen bei der Bürgerversammlung im letzten Jahr erhalten hätten, obwohl damals Name und Adresse abgefragt worden waren. red