Hexen, Geisterjäger, die Olchis oder Harry Potter sollten den Teilnehmern am Lesewettbewerb der städtischen Grundschulen zum Sieg verhelfen. Yannick Ostbomk von der Theodor-Heublein-Schule in Melkendorf war am Freitagvormittag der Erfolgreichste.

"Uns als Jury hat gefallen, dass er mit Harry Potter einen vergleichsweise schwierigen Text sehr lebendig vorgetragen hat", erklärte Christina Heider, Lehrerin am Austragungsort, der Max-Hundt-Schule. Auch den unbekannten Text mit dem Titel "Lauter Lehrer in der Luft" habe er so vorgetragen, als ob er ihn geübt hätte. Yannick liest auch in seiner Freizeit gern, gerade hat er mit dem vierten Harry-Potter-Band begonnen. Mathe ist sein Lieblingsfach, und auch im Sport ist er ein kleines Ass - hat er doch im Mountainbikefahren schon fünf Mal einen Pokal geholt. "Ich trainiere ein Mal wöchentlich im Team Icehouse in Bayreuth", berichtete der Drittklässler.

Dicht auf den Sieger folgte Vicky Hübner von der Oberen Schule, die die Zuhörer auf die "Hexe Lakritze" neugierig machte. "Vicky hat laut und deutlich gelesen", lobte die Vorjahressiegerin Selin Ries, die mit in der Jury sitzen durfte und schließlich den Wanderpokal an den Gewinner überreichte. In der Jury seien sich alle über die Sieger einig gewesen.

In diesem Jahr wurden zwei dritte Plätze vergeben, und zwar an Franz Schmidt aus der Burghaiger Grundschule und an Isabelle Knaus von der Oberen Schule.

"Isabella hatte ein Sachbuch gewählt, ohne direkte Rede, da war es schwierig, den Lesevortrag interessant zu gestalten", sagte Christina Heider. Beim unbekannten Text hätte sie dann jedoch voll überzeugt. Isabella bekam das Buch "Goodnight Stories for Rebel Girls" von ihrem Onkel geschenkt und sie liest gerne darin, denn es handelt sich um wahre Geschichten. "Man lernt daraus zum Beispiel, dass man nicht so schnell nachgeben darf und mutig sein muss", sagte die Drittklässlerin.

Seit rund 15 Jahren

Der Kulmbacher Lesewettbewerb der Stadtgrundschulen findet seit rund 15 Jahren alljährlich für die dritten Klassen statt. Er unterstützt das Anliegen und die Bemühungen von Kultusministerium und Schulen, die Lesekompetenz in allen Fächern durch die gesamte Schullaufbahn hinweg zu fördern.

"Über die Gründe für den Rückgang der Lesekompetenz bei Kindern kann man spekulieren", sagte Sabine Pöhlmann, Lesebeauftragte des Landkreises. Vermutlich würden die Eltern schon im Kindesalter zu wenig vorlesen und die Kinder lieber vor den Fernseher setzen. Davon merkte man bei den 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Lesewettbewerbs zum Glück nichts.