Seit 40 Jahren gibt es die "Katholische Landjugendbewegung" (KLJB), aber sie ist jung geblieben. Weltoffen und tolerant setzen sich Mädchen und Jungs der KLJB Bad Kissingen für die Gesellschaft ein. Besonders das Zeltlager, das immer im August stattfindet, ist sowohl für das Leitungsteam als auch für die Kinder eine besondere Attraktion.
Jedes Jahr gibt es ein Thema. Heuer wird in See gestochen, unter dem Motto "Ahoi Piraten - Keine Zeit für Landratten" werden alle als Freibeuter der Meere unterwegs sein. Dazu fährt man auf den Zeltplatz nach Reutersbrunn. Teilnehmen können alle Mädchen und Jungs von acht bis 14 Jahren.
"Damals suchte man nach einer Möglichkeit, Kinder und Jugendliche aus den Dörfern herauszuholen und für die gemeinsame Sache zu begeistern", berichtet Theresa Hämel aus Frankenbrunn, die im Leitungsteam ist, von den Anfängen. Es wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Teilnehmer. "Im Jahr 2003 waren hier erstmals mehr als 170 Kinder dabei", so Hämel.


Gestiegene Ansprüche

Und auch die Ansprüche stiegen. So wurden einige Zelte angeschafft, das Küchenteam mit riesigen Pfannen und Töpfen ausgestattet und das Rahmenprogramm wurde immer ausgefeilter, so dass beim Zeltlager "Langeweile" ein Fremdwort ist.
Natürlich bedeutet eine solche Veranstaltung, die sich über eine ganze Woche zieht, dass man sich als Betreuer darauf intensiv vorbereiten muss. Dazu gehören um die 40 Personen aus dem ganzen Landkreis. Sie kommen aus den verschiedensten Bereichen. Von der Ethnologiestudentin über Ingenieure bis hin zu Pädagogen, Schülern und Arbeitern.
Auch wenn der Glaube beim Zeltlager nicht im Vordergrund steht: In der Woche gibt es zwei ökumenische Gottesdienste. "Diese werden natürlich modern und kindgerecht gestaltet", erklärt Franziska Spahn vom Leitungsteam. Thema ist das Zeltlager, verpflichtend ist der Besuch allerdings nicht. "Es geht uns auch eher darum, dass man Zeit hat, etwas nachzudenken und auch auszusprechen, was man für Erwartungen an die Woche hat", so Christin Gabel.


Gemeinschaft erleben

Mit dem ersten Gottesdienst will man die Möglichkeit geben, hier anzukommen und dabei etwas den Alltag loszuwerden, beim zweiten am Ende der Woche will man sich daran erinnern, was besonders schön war. Mit dabei sind auch Seelsorger und Diakone, manchmal gestalte man den Gottesdienst aber auch allein. Im Vordergrund steht, in dieser Woche Gemeinschaft zu erleben, und sich gegenseitig zu unterstützen - christliche Werte eben.
Auch, wenn das Zeltlager im August stattfindet, so läuft die Vorbereitung bereits im März an. In Arbeitskreisen wird alles geregelt: Küche, Nachtwanderung, Lagerolympiade, Dorfspiele und auch die Gestaltung der Flyer. Mitmachen kann jeder. "Bei den Helfern ist die Fluktuation sehr groß, bei jedem Zeltlager kommen zwischen drei und fünf Betreuer neu hinzu, während andere berufs- oder altersbedingt aufhören", sagt Theresa Hämel. Viele von ihnen waren schon als Kinder beim Zeltlager dabei, und da ist es naheliegend, dass man auch als Betreuer wieder mitgeht.
Als Betreuer habe man viele Gestaltungsmöglichkeiten, und vielen Kindern bleibe die Zeltlagerwoche als schönes Erlebnis in Erinnerung. Bei den Spielen fiebert man auch als Erwachsene noch mit, meint Hämel. Denn bei der Lagerolympiade will natürlich jeder gewinnen. Auch eine Nachtwanderung, eine Disco, ein Schwimmbadbesuch und selbst ein Lagerüberfall werden organisiert.
Natürlich gibt es auch einen Arbeitskreis, der sich der Versorgung widmet. Dabei wird das Essen selbst gekocht, in der Woche ist für eine Vollverpflegung gesorgt. "Wir bemühen uns, örtliche Bäcker und Metzger zu unterstützen."
Aber auch die Infrastruktur ist ziemlich komplex. Küchenwagen, Bierzeltgarnituren, Töpfe, Pfannen: Alles muss heuer nach Reutersbrunn gefahren werden. Am Ende des Zeltlagers werden die Kinder dann wieder wahlweise nach Oberthulba, Schönderling oder Oerlenbach gebracht, wo sie von den Eltern abgeholt werden.
Heuer werden wieder an die 140 Kinder erwartet. "Hier braucht man viele Betreuer, damit die Sicherheit gewährleistet ist", sagt Franziska Spahn. In der Woche sind elektronische Geräte und auch Handys verboten. "Schließlich sollen die Kinder auch einmal abschalten und sich auf das Zeltlager konzentrieren können." Und das kommt gut an.


Anmeldung

Jugendliche, die am Zeltlager vom 19. bis 25. August teilnehmen möchten, können sich noch anmelden. Gebucht werden muss bis zum 3. August, weitere Informationen gibt es unter Tel. (mobil): 0151/532 331 62 und unter www.zeltlager-kljb.de sowie auf Facebook .